Auch mit 75 noch nicht amtsmüde

Die Wechselburger Bürgermeisterin Renate Naumann ist die älteste ehrenamtliche Gemeindechefin in Sachsen. Sie hat viel bewegt. Das würdigen ihre Gratulanten. Wie lange sie noch im Amt bleibt, lässt Naumann offen.

Wechselburg.

Dass Renate Naumann einmal mehr als 30 Jahre Ortschefin sein würde, war nicht abzusehen. Sie wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf einem Bauernhof im heutigen Wechselburger Ortsteil Seitenhain auf. Später war sie als Arztsekretärin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wechselburg tätig. 1984 suchte der damalige Bürgermeister von Göhren und Corba, Helmut Engert, eine Nachfolge - diese trat Renate Naumann, eben in die CDU eingetreten, an. Heute leitet sie die Geschicke der Gemeinde Wechselburg und ist damit laut dem Statistischen Landesamt in Kamenz die älteste ehrenamtlich tätige Bürgermeisterin im Freistaat.

Eine der ersten Aktionen, für die sie als Bürgermeisterin verantwortlich gewesen war, war der Bau der öffentlichen Wasserleitungen in Göhren und Corba, sagt sie. Drei Jahre - von 2011 bis 2014 - währte der 1,8 Millionen teure Bau der Straße zwischen Wechselburg und Seitenhain. Jüngste Projekte waren die Beseitigung der Hochwasserschäden.

Die letzte Zeit war für Naumann nicht einfach. Die Grundschule musste schließen, und eine Bürgerinitiative forderte einen Zusammenschluss mit Rochlitz. Bei einem Bürgerentscheid 2018 hat sich eine knappe Mehrheit der Einwohner für die Eigenständigkeit entschieden.

Das diese bleibt, wünscht sich die Jubilarin - und, dass sie als Bürgermeisterin Vorhaben zu einem guten Ende bringt. Sie nennt die Schule und das Schloss als Beispiele, wo wieder Leben einziehen sollte. Zudem, so sagt sie, lägen ihr die Jugend und die Senioren am Herzen, weswegen sie zu ihrer offiziellen Feier am Montag statt Blumen um Spenden für diese bat. Über ihre weitere Tätigkeit als Bürgermeisterin beziehungsweise über ihre Nachfolge mache sie sich Gedanken, konkreter möchte sie sich nicht äußern. Privat wird die dreifache Mutter, fünffache Großmutter und zweifache Urgroßmutter am Samstag mit ihrer Familie feiern. Für deren und ihre Zukunft wünscht sie sich vor allem Gesundheit.


Durchschnittsalter 54

Im Freistaatgibt es nach Angaben des Statistischen Landesamt aus Kamenz 421 Städte und Gemeinden. Diese werden von 295 haupt- und 126 ehrenamtlichen Bürgermeistern geleitet. 53 Personen dürfen sich Oberbürgermeister nennen.

Das Durchschnittsalter dieser 421 Stadt- und Gemeindeoberhäupter beträgt zum Stichtag (31. Dezember 2018) genau 54 Jahre. Wie die Statistiker weiter mitteilten, sind 9 von ihnen im Alter 69 Jahren und älter.

Von diesen 9 Bürgermeistern sind acht männlich, eine weiblich. Drei Männer sind Einzelbewerber, drei Männer gehören einer freien Wählervereinigung, zwei weitere Männer der CDU an. Die einzige Frau im Bunde ist eine Christdemokratin.

Die Altersverteilung der 53 Bürgermeister in Mittelsachsen stellt sich wie folgt dar: zwischen 30 und 39Jahre: 2; zwischen 40 und 49 Jahre: 10; zwischen 50 und 59 Jahre: 26; zwischen 60 und 65 Jahre: 11; zwischen 66 und 69 Jahre: 3; älter als 69 Jahre: 1. (bp)


Gratulanten wünschen ihr vor allem Gesundheit

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