Auf dem Schwanenteich sollen wieder Boote fahren

Bei der Sanierung der Parkanlage in Mittweida will die Stadt eine fast vergessene Attraktion wieder beleben.

Mittweida.

Bei der Frage nach einem Ruderbootverleih auf dem Schwanenteich muss selbst ein Kenner der Mittweidaer Stadtgeschichte wie Horst Kühnert erst in seinen Aufzeichnungen blättern: "Ja das gab es früher und war offenkundig sehr beliebt", sagt das Ehrenmitglied des Mittweidaer Geschichtsvereins. Ganz genau zeitlich eingrenzen lasse es sich nicht. Aber laut Kühnerts Unterlagen schaukelten bereits im Jahr 1880 Gondeln über den Schwanenteich, und noch im Juni 1930 bot der Wirt der Gaststätte "Schwanenschlösschen" Ruderpartien an.

Das könnte in absehbarer Zukunft wieder möglich sein - auch wenn Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) sich da nicht auf einen Termin festlegen lassen will. "Mittelfristig" könne ein Bootsverleih am Schwanenteich etabliert werden, ein Betreiber stehe noch nicht fest. Konkreter sind die Pläne für die Bauarbeiten am Teich, die hauptsächlich die komplette Erneuerung der Wege im Park sowie die Neugestaltung des Bereichs um das "Schwanenschlösschen" einschließlich eines neuen Biergartens betreffen. Am Ufer der Gaststätte ist ein Steg geplant, der für den Bootsverleih genutzt werden könne.


Nach dem jüngsten Beschluss des Stadtrates sollen die Bauarbeiten 2020 beginnen. Laut Stadtverwaltung "behutsame" Eingriffe in die Vegetation könnten schon Ende dieses Jahres vorgenommen werden. Darunter seien das Roden von Wurzelstücken und eine geringe Anzahl von Baumfällungen zu verstehen. Ein auffälliger "Neuzugang" im Park soll ein Sitzpodest im Bereich gegenüber vom Gymnasium sein, angelegt in Form eines Schwanes. Hier könnten sich künftig auch Gymnasiasten in den Pausen tummeln.

Das Vorhaben reiht sich als fünfter Bauabschnitt in bereits erledigte Projekte zur Sanierung der denkmalgeschützten Parkanlage ein, die um 1900 im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt wurde. In der mit vier Hektar größten innerstädtischen Grünanlage wurden bereits der Teich entschlämmt, Uferbereiche, Brücken und Beleuchtung erneuert sowie Spielplätze gebaut.

Für das jüngste Projekt rechnet die Stadt mit Kosten von 1,2 Millionen Euro, die zu zwei Dritteln aus dem Programm Stadtumbau Ost finanziert werden.

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