Aufatmen nach Munitionsfund: Arbeiten gehen weiter

Auf dem Rochlitzer Berg lässt die Stadt einen neuen Spielplatz neben dem Restaurant errichten. Nachdem Patronen gefunden wurden, standen die Maschinen vorerst still.

Rochlitz.

Erleichterung bei Sandra Enghardt, der Chefin des Restaurants "Türmerhaus" am Rochlitzer Berg. "Wir sind froh, dass die Aufregung nun vorbei ist und freuen uns auf den neuen Spielplatz", sagt sie.

Auf dem Gelände hinter der Gaststätte sollen am Freitag die Handwerker wieder anrücken. Nachdem am Dienstag bei Fundamentgrabungen Weltkriegsmunition zum Vorschein kam, wurden die Arbeiten am Spielplatz vorerst eingestellt. "Zum Glück ging alles gut", sagt Frank Heilemann, Geschäftsführer der Firma Holzwelten Heilemann aus Fockendorf. "Man weiß bei einem solchen Fund ja nie, wie viel dort wirklich liegt", so der Unternehmer. Beim Entleeren der Baggerschaufel seien den Mitarbeitern metallene Spitzen aufgefallen. Den Handwerkern sei schnell klar gewesen, auf was sie da gestoßen sind. Sie ließen daraufhin ihre Arbeit stehen und liegen und alarmierten die Polizei, die das Gebiet absperrte.

Nachdem am Mittwoch sicher gestellt werden konnte, dass keine weitere Munition auf dem Gelände verborgen ist, wurden die Gewehrpatronen in die Kampfmittelbeseitigungsanlage nach Zeithain bei Riesa transportiert. "Es handelte sich um transportfähiges Material", erklärt Jürgen Scherf, Pressesprecher des Polizeiverwaltungsamtes in Dresden. "Ob der Fund transportiert werden kann oder an Ort und Stelle erst entschärft oder sogar gesprengt werden muss, entscheiden unsere Fachkräfte."

Im vergangenen Jahr hatte die Polizei insgesamt 792 Einsätze zur Kampfmittelbeseitigung im gesamten Freistaat. Die Anzahl der Einsätze sei in den letzten Jahren konstant geblieben, so Scherf weiter.

Sogenannte Artilleriemunition, wie sie auf dem Rochlitzer Berg entdeckt wurde, gehört zu den häufigsten Funden. 183.252 Kilogramm zählte die Polizei 2018 allein bei dieser Munitionsart. Dazu kommen Abwurfmunition, Waffen, Sprengstoffe und Nahkampfmittel.

Nach dem Sicherstellen werden die Funde fach- und umweltgerecht entsorgt. "Unsere Anlage in Zeithain verfügt über insgesamt drei spezielle Öfen", erklärt Jürgen Scherf. In einem Detonationsofen werden kleinere Sprengstoff- und Munitionsfunde kontrolliert zur Explosion gebracht. Größere Sprengstoffkörper werden nach dem Entschärfen zuerst zerkleinert und in dem sogenannten Abbrandofen herunter gebrannt. In einem letzten Schritt werden die Metallreste in der thermischen Vernichtung verschmolzen. "Das Metall geben wir an die Stahlindustrie weiter. Die thermische Vernichtung sorgt dafür, dass es völlig frei von Sprengstoffresten ist", heißt es weiter aus Dresden.

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