"Aufstehen"-Initiative erhält Schützenhilfe aus Mittelsachsen

Menschen für die Politik begeistern und so für eine linke Mehrheit sorgen: Das will die Sammlungsbewegung von Sahra Wagenknecht. Nun formieren sich auch in der Region Anhänger der Bundespolitikerin.

Seelitz.

Seit Wochen scharen Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine mit ihrer linken Sammlungsbewegung "Aufstehen" Unterstützer hinter sich -inzwischen sollen es eigenen Angaben zufolge 85.000 sein. Auch in Mittelsachsen formieren sich Anhänger der Chefin der Linken-Bundestagsfraktion und ihres Ehemanns. Annähernd 20 Männer und Frauen, die Hälfte Parteimitglieder, haben am Mittwochabend im "Waldhotel am Reiterhof" in Seelitz für die Initiative eine Lanze gebrochen.

"Wir brauchen etwas Starkes als Gegenpol zur Rechten", brachte es Hagen Pfefferkorn aus Wechselburg auf den Punkt. Mit diesem Satz zielte er gegen die AfD und traf damit einen Nerv. Eine Frau sagte, es gehe längst um das große Ganze. Und ein älterer Herr betonte: "Mir wird richtig Angst und Bange vor den nächsten Kommunal- und Landtagswahlen." Wenn die rechtspopulistische Partei kommendes Jahr in Sachsen Siege einfahren würde, wäre das eine Katastrophe -daran ließen die Redner keinerlei Zweifel aufkommen.

"In unserer Partei ist das Gespür verloren gegangen, worauf die Leute richtig Bock haben", sagte Kreisrat David Rausch und sparte nicht mit der Kritik an den Linken. Durch die Sammlungsbewegung, von der der Geringswalder einen regionalen Ableger etablieren möchte, hofft er auf Impulse von außen. "Wir schmoren zu viel im eigenen Saft", so Rausch. Nicht immer seien, wie ein Zuhörer sinngemäß bemerkte, von den Politikern, gleich welcher Couleur, die Themen aufgegriffen worden, die die Menschen bewegten. Das treffe auf Kommunalpolitiker zu, aber auch auf die Abgeordneten im Land- und Bundestag. "Politiker haben im Vorfeld von Wahlen etwas versprochen, aber im Nachgang nicht gehalten", fügte Denny Rappich aus Rochlitz hinzu.

Ein weiterer Kritikpunkt: innerparteiliche Querelen, besonders in der Linkspartei. "Die Doppelspitze in Partei und Fraktion ist ein großer Fehler. Die Folge: Es gibt nur Krieg", sagte Hagen Pfefferkorn. Immer wieder schien in der Debatte durch: Die Anwesenden sind an der Politik interessiert, nur fühlen sie sich nicht immer gut von den Politikern vertreten. Deren Hoffnung: Durch die Sammelbewegung wird sich das ändern.

Auf diese Wählerklientel zielt augenscheinlich das Ehepaar Wagenknecht und Lafontaine. "Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass Unzufriedene in die Arme der AfD getrieben werden", erklärte jüngst die Linken-Frontfrau gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Viele wählten die AfD aus Protest, "das sind keine Rassisten, sondern Menschen, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlen".

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