Aus dem Hahn fließt jetzt Trinkwasser

Der Wechselburger Ortsteil Seitenhain wurde an die öffentliche Wasser- versorgung angeschlossen. Die Gemeinde steuerte dazu 115.000 Euro bei.

Seitenhain.

Rolf Hellfritzsch und seine Frau sind glücklich. Bei ihnen kommt jetzt sauberes Wasser aus der Leitung. Und auch der Druck ist konstant seit sie an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind. "Das Wasser ist sehr weich, die Qualität sehr gut und der Druck immer stabil", sagt der Seitenhainer. Das war nicht immer so, denn die Einwohner des Wechselburger Ortsteils bezogen ihr Wasser aus Brunnen. Das ging bei manchen gut, bei anderen wie bei Rolf Hellfritzsch nicht. Das Wasser in seinem Brunnen wurde immer weniger, die Qualität war schlecht.

Immer mehr Seitenhainer wünschten sich deshalb einen Anschluss ans öffentliche Trinkwassernetz. Um ihnen das zu ermöglichen und den für die Arbeiten zuständigen ZWA finanziell zu unterstützen, überließ die Gemeinde dem ZWA ihr Kontingent aus dem Förderprogramm "Brücken in die Zukunft" in Höhe von 115.000 Euro.

Die Arbeiten wurden mit der Ausschreibung im August 2017 begonnen und die Hauptleitung dann verlegt, erklärt Ulrich Pötzsch, Technischer Geschäftsleiter des ZWA. Die Gesamtkosten stünden noch nicht fest, da die Schlussrechnung noch nicht vorliegt. Sie werden jedoch laut Pötzsch etwa 350.000 Euro betragen. Die Grundstückseigentümer bezahlen zwischen 4000 und 5000 Euro pro Anschluss. Hinzu kommen Aufwendungen für die Leitungen vom Schacht des ZWA bis ins Haus.

"Es wurden 31 Hausanschlüsse hergestellt, neun sind bereits in Betrieb", so Pötzsch. Die restlichen 13 folgten nach und nach. Neun Hausanschlüsse habe der ZWA vorgestreckt. Das heißt, sie wurden bis an die Grundstücksgrenze gelegt, doch mit dem Eigentümer bestehe bislang kein Vertrag. Teils, weil keine Reaktion auf entsprechende Anschreiben erfolgte, teils, weil ein Anschluss abgelehnt wird. "Diese Grundstückseigentümer bekommen Ende des Jahres noch einmal Bescheid", so Pötzsch. Denn da die Leitung liege, gebe es einen Anschluss- und Benutzungszwang. "Die weiteren Verfahrensschritte zum vollständigen Anschluss aller Grundstücke werden sich noch über mehrere Jahre hinziehen, da es sich um schwierige Verwaltungsverfahren handelt", so Pötzsch.

Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU) bezeichnete den Bau in Seitenhain als "einen Segen für die Einwohner". Die 115.000 Euro Fördermittel per Beschluss des Gemeinderates in das Projekt zu investieren, sei der richtige Weg gewesen.

Im Landkreis Mittelsachsen gibt es nach Angaben von Ulrich Pötzsch noch etwa 5000 Einwohner, die bislang nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind. Sie verteilen sich demnach auf 14 Ortsteile beziehungsweise teilweise auf Siedlungen mit wenigen Grundstücken.

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