Ausbau des Hafens und breitere Promenade an Talsperre geplant

Der Zweckverband hofft auf Fördermittel für die 2,2 Millionen Euro teure Großinvestition. Die Hauptarbeiten sollen außerhalb der Saison stattfinden, damit die Schiffe fahren können.

Kriebstein.

Ein modern gestalteter Hafen mit neuen Anlegern für die Fahrgastschiffe, eine breite Promenade zum Flanieren, ein Personenaufzug und eine elektronische Informationstafel - die Kriebsteintalsperre soll für Touristen künftig noch attraktiver werden. Rund 2,2 Millionen Euro soll dieser Umbau kosten. Der Zweckverband hofft deshalb auf finanzielle Unterstützung durch den Freistaat. Denn ohne Fördergeld, das 90 Prozent der Kosten decken soll, sei das Projekt nicht zu stemmen, sagt Verbandsgeschäftsführer Thomas Caro. Schließlich gehe es nicht nur um Erweiterungen, sondern auch darum, den Bestand zu erhalten.

"Wenn keine Fördermittel fließen, bricht die Schifffahrt an der Talsperre zusammen. Und das ist das Rückgrat des Tourismus", macht Caro auf die Brisanz der Lage aufmerksam. Denn der Hafen, vor allem die Mauer, müssten dringend erneuert werden. Der Zweckverband und viele Gewerke hätten enorme Einnahmeverluste. "Aber davon gehen wir nicht aus", ist Caro optimistisch. Ein Artenschutzgutachten liege vor. Alle Unterlagen, die gefordert wurden, habe der Verband eingereicht. Nun geht er davon aus, dass in den nächsten Wochen die Entscheidung fällt. Rund 100.000 Euro habe der Zweckverband bereits in die Planungen investiert. "Im Herbst dieses Jahres soll dann der Neubau des Fähranlegers beginnen. Wie wir das logistisch lösen, wissen wir noch nicht. Wahrscheinlich müssen wir eine Fährlinie einstellen", erklärt er. Vorgesehen sei, einen Kran aufzustellen. Dazu müsse im Wasserbereich ein Schotterbett entstehen. Der alte Fähranleger werde demontiert. Rund 60 Zentimeter breite Pfähle würden dann in den Boden des Stausees gerammt. Darauf werden vorgefertigte Betonelemente montiert.


Im neuen Jahr - zum Ende der Saison 2020 - sollen die neuen Ufermauern als Spundwand vor die vorhandenen gesetzt werden. Dann erfolge der Abriss des jetzigen Zugangs zu den Schiffen. Für den Bau der Promenade, die künftig zwei Meter breiter sein wird, sei ein stabiler Unterbau erforderlich. "Viele Maßnahmen gehen auch bei leichtem Frost. Wir wollen es bis zum Saisonstart 2021 schaffen", gibt Caro als ein erstes Ziel vor. Wenn diese Arbeiten beendet sind, soll ein neues Gebäude mit einem Personenaufzug in der Mitte des Besucherzentrums errichtet werden. Darin entstehen zwei zusätzliche Räume, sodass die Kasse und der Info-Stand dorthin verlegt werden können. Ende 2021 soll es fertig sein. Somit wären weitere Bereiche barrierefrei gestaltet. Die neue Promenade soll Sitzgelegenheiten und eine Blumeninsel bekommen und durch Bäume begrünt werden.

Diese Großinvestition sei nur möglich, weil die Stadt Mittweida, die Gemeinde Kriebstein und der Landkreis Mittelsachsen als Mitglieder des Zweckverbandes eine höhere Umlage in die Kasse zahlen, erklärt Caro. Nun baue man darauf, dass Sachsen die Fördermittel freigibt und so den Tourismus an der Talsperre unterstützt.

Dass in absehbarer Zeit eine Absenkung des Wasserpegels durch den Kraftwerksbetreiber erfolgt, sei Caro nicht bekannt. Auch seien die Talsperrenfeste durch die Bauarbeiten nicht in Gefahr. Es könne zwar hin und wieder mal Beeinträchtigungen geben. "Aber die Schiffe, mit denen wir unser Geld verdienen, sollen ungehindert fahren." Auch bleibe die Anordnung der Schiffe gleich. Neu sei jedoch, dass die Anlegestege künftig nummeriert sind. Zudem erfolge nach dem Umbau durch eine elektronische Anzeigetafel eine bessere Information der Gäste.

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