Autorin schreibt über Liebe und Sex

Annett Arnold macht Kinder und Jugendliche fit für den Eintritt ins Erwachsenenleben. Dabei gibt sie auch Antworten, um die sich manche Eltern drücken.

Erlbach.

Wer weiß, ob Annett Arnold das Thema Sexualerziehung überhaupt aufgegriffen hätte, wenn  ihre Erfahrungen in der Schule andere gewesen wären. "Ich hatte eine grauenhafte Aufklärung. Wir waren damals froh, als diese Stunden vorbei waren", gesteht die 51-Jährige und lacht bei der Erinnerung. Und noch heute ist nach ihrer Erfahrung für so manche Lehrer und Eltern das Thema Sexualität mit der Entwicklung zur Frau beziehungsweise zum Mann gegenüber den Heranwachsenden nicht leicht anzupacken. Grund genug für sie, sich für eine ehrenamtliche Arbeit bei "Teenstar" zu entscheiden. "Der Verein vermittelt Wissenswertes in altersgerechter und vor allem wertschätzender Sprache", erklärt sie das Anliegen.

Auf Grundlage zahlreicher Vorträge und Unterrichtsstunden, die die Erlbacherin bisher gehalten hat, entstanden jetzt zwei von der Sozialpädagogin verfasste Publikationen, die sie mit ihrer unterfränkischen Co-Autorin und Vereinschefin Elisabeth Pesahl im Eigenverlag herausgibt: "Ich und mein Körper" heißen die Schriften, die je eine Version für Mädchen und Jungen anbieten. Im Prinzip bündelte Annett Arnold darin in kompakter und leicht verständlicher Form die Inhalte ihrer Kurse. "Ich möchte damit nicht nur Kindern von neun bis zwölf Jahren dienen, sondern auch den Eltern Anregungen für Gespräche geben." In vielen Fällen hätten die das Kursbuch noch vor den Kindern gelesen.

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Das Teenstar-Projekt war genau das, wonach die Mutter von fünf Kindern über lange Strecken gesucht hatte. "Ursprünglich hatte ich mich für die Ausbildung zur Kindergärtnerin beworben. Der Antrag wurde abgelehnt. Ich war konfirmiert worden, und hatte somit keine Chance, den Beruf  einer Grundschullehrerin oder Kindergärtnerin zu ergreifen."

In den darauffolgenden Jahren hatte die resolute Frau zunächst mit ihrem eigenen Nachwuchs und ihrem Studium der Sozialpädagogik alle Hände voll zu tun. Kurzzeitig liebäugelte sie mit einem Aufbaustudium zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin. "Bis mich Freunde auf Teenstar aufmerksam machten. Das Programm ist exakt das, was mich ausfüllt und womit ich viel bewegen kann."

2006 leitete die Sozialpädagogin ihren ersten Kurs im nahen Hausdorf. Der lief über ein ganzes Jahr und war in das Ganztagsangebot der Schule eingebettet. Über die Resonanz freut sie sich noch heute, und die Feedbacks von Kindern füllen inzwischen etliche pralle Aktenordner.

Seit 2012 bildet Annett Arnold selbst Referenten mit aus. Und erst kürzlich stellte sie ihr neues Programm vor. Dafür flog sie um den halben Erdball in Chiles Hauptstadt Santiago. "Ich habe viel für den Kongress mitgenommen und Menschen aus Afrika, Europa, Südamerika, Kanada und Asien kennengelernt. Und das Schöne daran war, dass uns das gleiche Ziel vereint: Wissensgrundlagen zu vermitteln, wie Heranwachsenden auf ihrem Weg zu einer beziehungsfähigen Persönlichkeit und hin zu einem gelungenen Leben geholfen werden kann." Diesen Sektor dürfe man nicht vernachlässigen. Die Spielregeln des Lebens müssten rechtzeitig kommuniziert werden. Sie zieht ein griffiges Beispiel heran: "Nicht ohne Grund muss man erst zur Fahrschule, ehe man fahren darf."


Verein klärt auf

Der Verein "Teenstar Deutschland" wurde 2007 gegründet und umfasst aktuell 230 Mitglieder. Angeboten wird ein Programm als Orientierungshilfe für junge Menschen in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Freundschaft, Liebe und Sexualität.

Idealerweise macht der Verein Kinder ab neun Jahre mit der Materie vertraut. Zugleich richten sich die Initiatoren an Eltern, Pädagogen und Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen, um auf dem Sektor Sexualerziehung zu unterstützen.

Außer in Deutschland ist Teenstar weltweit in etwa 20 Ländern aktiv. Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und den Vertrieb von Broschüren zur Thematik. (grün)

www.teen-star.de

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4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    Hinterfragt
    29.03.2019

    @Moderator; man hätte den Artikel aber nach Bekanntwerden der Umstände "ausblenden" können.

  • 0
    4
    Moderator
    28.03.2019

    Unser Beitrag ist vor der Zeit entstanden, als die Vorwürfe aufkamen.

  • 3
    1
    Hinterfragt
    28.03.2019

    Peinlich, bei Userbeiträgen hier ,werden Kommentare gesperrt, nur weil verlinkte Internetseiten, beim entsprechenden Moderator, angeblich nicht als seriöse Quellen gelten und dann solch ein Klopper...

  • 5
    0
    760670
    28.03.2019

    völlig unkritisch wird hier ein fundamentalistischer christenverein dargestellt, der homosexualität als heilbar betrachtet. siehe: https://noizz.de/news/osterreich-verbietet-christlichen-sexualkundeverein-an-schulen-wegen-homophobie/e135g61



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