Bäume für neuen Wald schlagen Wurzeln

Auf einer ehemaligen Weideland-Fläche bei Arnsdorf entsteht ein Biotop. Den Hitzesommer 2018 haben die jungen Bäume gut überstanden. Die Initiatoren sind an weiteren Baumpatenschaften interessiert.

Arnsdorf.

Inmitten von hohem Gras sieht man sie kaum, die 4800 Bäume und 700 Sträucher, die im vergangenen Jahr auf einer ehemaligen Landwirtschaftsfläche in der Nähe des Peniger Ortsteils Arnsdorf gepflanzt worden waren. Doch Projektleiter Olaf Kroggel von der in Markkleeberg ansässigen Stiftung Wald für Sachsen, die das Umwelt-Projekt koordiniert, ist zufrieden. "Die Bäume sind am Austrieb. Außer den Eichen haben alle gut angesetzt", freut er sich. In wenigen Tagen - zwischen Mitte und Ende Mai - finden die ersten Pflegearbeiten in diesem Jahr statt. Dann werde das hohe Gras zurückgeschnitten, damit sich die Bäume weiter entfalten können.

Damit die jungen Pflanzen auf diesem mehr als ein Hektar großen Areal nicht von Wildschweinen angefressen werden, müsse der Schutzzaun noch so lange stehen bleiben, bis die Bäume mindestens 1,50 oder 1,60 Meter groß sind. Das dauere etwa drei bis vier Jahre, weiß der Fachmann. Gepflanzt wurden Baumarten wie Stieleiche, Bergahorn, Bergulme und Roterle. Im Außenbereich haben heimische Sträucher wie Haselnuss, Hartriegel, Schneeball und Wildobst wie der Wildapfel oder die Vogelkirsche einen Platz gefunden. Auch ist Projektleiter Kroggel erleichtert, dass die große Hitze und die Trockenheit des vergangenen Sommers den meisten Baumarten nichts anhaben konnten. Das liege zum einen an der günstigen Lage und zum anderen am guten Boden. "In Nordsachsen und im Gebirge war die Lage weitaus dramatischer", weiß er. Im künftigen Arnsdorfer Biotop habe es anfangs lediglich einige Eichen getroffen, die vom Mehltau befallen waren - einer durch Pilze verursachten Pflanzenkrankheit. "Ich habe mir die Eichen aber im Herbst angeschaut, da war vom Mehltau nicht mehr viel zu sehen", gibt Kroggel Entwarnung.


Der künftige Biotopverbund soll später einmal Platz für eine große Artenvielfalt bieten. Dazu sieht das Projekt vor, einen Teil der Fläche nicht zuwachsen zu lassen und einen verrohrten Graben, der sich links und rechts in diesem Areal befindet, offenzulegen. "Das Ganze ist noch in Planung. Wann genau die Arbeiten beginnen, ist noch nicht ganz klar", so Kroggel. Ziel sei, dass durch diese Öffnung des Grabens feuchte Strukturen entstehen, damit das Biotop auch längere Trockenperioden gut überstehen kann.

Begonnen hatten die Arbeiten zum Anlegen dieses neuen Waldes im März vorigen Jahres. Finanziert wird dieses Projekt durch den Verein Primaklima aus Bergisch-Gladbach. Dieser stelle das Geld, das durch Spenden zusammengetragen wird, bereit. Damit die jungen Pflanzen ungehindert anwachsen konnten, hatte eine Spezialmaschine Furchen in den Boden gezogen. Das sei nötig gewesen, weil eine jahrzehntelange landwirtschaftliche Nutzung zu einer Verdichtung des Bodens geführt hatte, so Kroggel. Hätte man diese Pflanzfurchen nicht gezogen, dann könnten einige Baumarten wie beispielsweise der Bergahorn instabil werden und nicht richtig anwachsen, weiß der Experte von der Stiftung Wald für Sachsen.

Mitarbeiter einer Fachfirma hatten anschließend jede einzelne Pflanze - jede von ihnen war bereits zwei bis drei Jahre alt - per Hand in den Boden gesetzt. "Es sollte so vermieden werden, dass ein weiteres Mal mit einer Maschine über diese Fläche gefahren werden musste, so Olaf Kroggel.

Der künftige Wald soll später einmal die verschiedenen Naturbebauungen zwischen Schilfteich und den hinten angelegten Teichen verbinden und der Artenvielfalt dienen.

Baumpatenschaften: Wer eine solche Baumpatenschaft übernehmen möchte, kann sich an die Stiftung Wald für Sachsen wenden - und zwar per E-Mail unter der Adresse: waldstiftung@wald-fuer-sachsen.de

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...