Bäume: Gießdienste sollen das große Verdursten verhindern

In den Wäldern rund um Geringswalde hat nicht nur der Borkenkäfer für große Schäden gesorgt. Auch die Trockenheit setzt den Fichten zu. Droht den Straßenbäumen nun ein ähnliches Schicksal?

Geringswalde/Rochlitz.

Revierförster Stefan Scholz ist zufrieden mit dem Wachstum der jungen Eichen. Etwa drei Hektar Wald sind im Herbst in unmittelbarer Nähe des Geringswalder Fußballplatzes und im Waldgebiet Fröhne neu angelegt worden. Die Samen hatten die Forstmitarbeiter im Auenwald geerntet. "Der Fichtenwald war in weiten Teilen nicht mehr zu retten, wir mussten neu pflanzen", sagt Stefan Scholz. Schuld daran sei der auf Fichten fixierte Borkenkäfer, der sich explosionsartig vermehre. Die anhaltende Trockenheit verschärfe allerdings die Probleme noch.

Und das nicht nur in den Wäldern des Sachsenforstes. So beobachtete Stefan Scholz zum Beispiel am Rochlitzer Berg entlang der Bundesstraße 175 betagte Buchen in erbärmlichem Zustand. Er kennt die guten Absichten von Städten und Gemeinden sowie engagierten Bürgern, die dem Wasserschlauch gießen. Viel hält er davon allerdings nicht. "Gerade ältere Bäume verlieren im Laufe der Zeit ihre Fähigkeit, sich zu regenerieren." Sie hätten zudem durch die Blätter eine große Verdunstungsfläche.


Der Altgeringswalder Linke-Kreisrat David Rausch will das so nicht hinnehmen und Gießdienste einrichten. Besprochen werden soll das Vorhaben am Samstag ab 17 Uhr am Geringswalder Markt. "Hier sind Kommune und Kreis gefordert, auch mit Entschädigungen für Anwohner, die Baumpatenschaften übernehmen wollen", sagte Rausch.

Auch im Landratsamt ist man tätig. Soweit es Personal und Technik hergeben, bewässert die Straßenmeisterei Jungbäume, teilte Behördensprecher André Kaiser mit. "Eine komplette Bewässerung der insgesamt 1853 Jungbäume an Kreisstraßen und 2607 an Bundes- und Staatsstraßen ist aber nicht zu stemmen." Trockenschäden in Größenordnungen habe man bislang aber nicht verzeichnet müssen.

Anders in Chemnitz. Die Dürre des vergangenen Sommers hat den Straßenbäumen offenbar mehr zugesetzt, als bislang bekannt. Laut Baubürgermeister Michael Stötzer hat die Stadt bereits 660 Bäume verloren, etwa 13.000 zeigten deutliche Schäden. Das seien deutlich mehr als noch vor einem Jahr. Nur durch die Hilfe von Bürgern, Unternehmen, der Feuerwehr und dem Grünflächenamt konnten Bäume gerettet werden. Einige Freiwillige hätten es sich zur Aufgabe gemacht, Baumscheiben zu pflegen und jüngere Bäume bei Bedarf zu gießen.

Chemnitz will weitere solche Initiativen fördern. Künftig werde die Stadt womöglich verstärkt auf hierzulande eher ungewöhnliche Baum-Arten zurückgreifen müssen, sagt Dagmar Badock, die zuständige Abteilungsleiterin im Grünflächenamt. Auf Arten aus Asien etwa, die längere Trockenperioden überstehen. (mit micm)

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