Balou ist in schlechter Verfassung

Zwei Wochen ist es her, dass ein freilaufender Hund in Geringswalde einen anderen angegriffen hatte und die Polizei zur Waffe greifen musste. Der verletzte Chihuahua muss erneut zum Tierarzt.

Balou, der fünfjährige Chihuahua, trug schwere Verletzungen davon, an denen er jetzt noch leidet.

Von Marion Gründler

Balou humpelt auf drei Beinen. Der fünfjährige Chihuahua hat den Angriff eines American Stafford-Mischlings vor 14 Tagen nicht gut überstanden. Der Unterkiefer ist an drei Stellen gebrochen und mit einer Kunststoffschiene fixiert.

Seine Besitzerin Iris Haschke ist sauer. "Der Hund ist nicht mehr der, der er einmal war", sagt sie. Als sie Gebell und Gejaule am frühen Morgen des 20. August in ihrem Hof hörte, eilte sie hinaus und vertrieb mit lautem Rufen einen freilaufenden Hund, der sich in ihren Balou verbissen hatte. "Unser Rüde lag ohnmächtig am Boden. Mir blieb nur, schnellstens den Tierarzt zu alarmieren."

Ihr Hund sei dann nach etwa 20 Minuten wieder zu sich gekommen. "Zwei Tage später fuhren wir mit ihm in die Kieferchirurgie, wo Balou weiter verarztet wurde", so Iris Haschke. Den Patienten konnten sie später wieder abholen. Und waren um 700 Euro ärmer. Ende Oktober muss Balou wieder in die Klinik. In Summe rechnet die Unternehmerin mit rund einem Tausender, der für die Behandlung anfallen wird. Ob sie ihr Geld jemals wiedersieht, weiß sie nicht. "Genauso offen ist der Zustand von Balous Schulter. Ob die wieder heilt, ließ der Tierarzt offen."

Die ganze Aufregung um einen ausgebüxten Hund nahm an dem Tag bereits gegen sechs Uhr seinen Anfang. Anwohner in Gewässernähe berichten von wildem Gebell am frühen Morgen. "Und das hielt rund 20 Minuten an, weil der entlaufene Hund hinter einer Katze her war, die sich auf einen Baum gerettet hatte", berichtet ein Geringswalder. Der Hund habe auf seiner Terrasse randaliert. "Wir trauten uns nicht aus dem Haus."

Nach dem Ausflug in die Gärten nahm der American Stafford-Mischling Kurs auf den Großteich. Dort kam es zu einer Begegnung zwischen einer Frau mit Kinderwagen und jungem Labrador. Wie die Frau kurz nach dem Vorfall berichtet hatte, verhedderte sie sich in der Leine ihres Hundes, als sie den Freiläufer wegschubsen wollte. Sie stürzte, der Kinderwagen kippte um, und letztendlich gaben die herbeigeeilten Polizeibeamten Schüsse auf das Tier ab, an denen er starb.

Derzeit machen in Geringswalde zu den Vorfällen noch immer Gerüchte die Runde. Da ist etwa von zwei Anzeigen die Rede. "Das stimmt so nicht", korrigierte ein Polizeisprecher. "Uns liegt lediglich eine Anzeige vor, die der Halter des Hundes erstattet hat, und in der es um Sachbeschädigung geht."

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