Beste Aussichten im Sternmühlental

Herbstlich bunte Wälder laden ein, die Wanderschuhe zu schnüren. "Freie Presse" stellt Touren im Landkreis vor. Heute: Von Erdmannsdorf zum Adelsbergturm und zurück.

Erdmannsdorf/Chemnitz.

Wanderer, die in Erdmannsdorf eine Tour starten, steigen meist zur Augustusburg auf. Jedoch ist es ähnlich schön, auf den Höhenzug auf der anderen Seite der Zschopau zu gehen. Nahe der Brücke über den Fluss in Erdmannsdorf gibt es Parkplätze. Und auch die Erzgebirgsbahn hält hier. Die Spaziergänger halten sich flussaufwärts entlang einer gelben Markierung.

Am Pfarrwald wird die Zschopau und kurz danach auch die Bahnstrecke vorübergehend passiert. Schon in Kunnersdorf kehrt man ans westliche Ufer zurück. Ein paar hundert Meter geht es auf der Talstraße wieder nach Norden, um dann ins Sternmühlental einzuschwenken. Die Kleinolbersdorfer Straße wird bald nach links verlassen. So kann durch wunderbare Felder und Wälder bis zur Gaststätte "Sternmühle" gelaufen werden.

Von hier gehen verschiede Wege bis zum Adelsbergturm. Grundsätzlich kann der blauen Markierung gefolgt werden. Im mittleren Abschnitt ist der Weg an einem Waldrand entlang, der einen schönen Blick Richtung Erzgebirge erlaubt, noch attraktiver. Da der Adelsbergturm fast am höchsten Punkt des Gebietes, das Schwarzwald heißt, liegt, ist er kaum zu verfehlen. Die Gastronomie hier kann zur Stärkung genutzt werden.

Weiter geht es auf einem gelb gekennzeichneten Weg Richtung Jägersruh und der Staatsstraße zwischen Chemnitz und Erdmannsdorf. An deren Rand müssen sich die Spaziergänger ein Stück nach rechts entlangbewegen. Am Straßenschild "Alte Bierstraße" wird in ruhigere Gefilde abgezweigt. Am nächsten Wegweiser biegt die Tour nach rechts ab. In der Nähe eines kleinen Rastplatzes lohnt es sich, in die Runde zu schauen. Hier ist der sogenannte Drei-Schlösser-Blick zu finden, weil neben der nahen Augustusburg auch das markante rote Dach von Lichtenwalde und weiter hinten sogar die Sachsenburg zu erspähen sind.

Die Augustusburg ist die Orientierung für die weitere Strecke. Am Waldrand oberhalb von Erdmannsdorf ist die Aussicht grandios. Mit einem kleinen Rechtsschwenk kommt man in den Ort hinunter. Um ruhiger zu wandern, wird die Chemnitzer Straße noch einmal überquert. Ziel ist zunächst der Gasthof "Erbgericht". Von hier wird wieder über das Zschopauufer die Runde beendet, man gelangt zurück nach Erdmannsdorf.

Sie wollen auf dieser Strecke wandern? Hier finden Sie die Route als gpx-Datei zum Download: Route


Niederwiesa widersetzte sich einst Chemnitzer Bier-Regeln

Wilde Zeiten herrschten im Mittelalter, auch wenn es um den Genuss von Bier ging. Schon im 14. Jahrhundert gab es eine Urkunde, die der Stadt Chemnitz das Recht gab, dass eine damalige Meile (etwa 7,5 Kilometer) um die Stadt herum nur Chemnitzer Bier zu trinken sei. Wenn Verstöße aufgedeckt wurden, kam es durch Gruppierungen zum Demolieren der Schankwirtschaft, zu kostenlosem Austrinken oder Verschütten des "fremden" Biers.

Es darf spekuliert werden, ob der Durst der Niederwiesaer größer als das Angebot der Stadt war, den Bewohnern dort anderer Gerstensaft besser geschmeckt hat oder dieser billiger war. Auf jeden Fall erfreute sich auch Zschopauer Bier im Ort großer Beliebtheit. Die Lieferung erfolgte über Erdmannsdorf und nahe an Euba vorbei. Daran erinnert heute die "Alte Bierstraße", die in Richtung Niederwiesa führt. (jz)


Bekannt durch das Schloss

Augustusburg ist bekannt durch das weithin sichtbare Schloss und die Standseilbahn, die von Erdmannsdorf hinauf fährt. Die Kleinstadt besteht aus fünf Ortsteilen und erstreckt sich über 23,4 Quadratkilometer. Insgesamt hat Augustusburg reichlich 4500 Einwohner.

Details zur Strecke: Länge der Tour: 15,0 Kilometer. Start und Ziel: Zschopaubrücke in Erdmannsdorf. Gesamtanstieg: zirca 240 Höhenmeter. Höchster Punkt: 515 Meter über dem Meeresspiegel kurz nach dem Adelsbergturm; Tiefster Punkt: 284 Meter an Start und Ziel.

Unser Autor Jens Zeidler ist promovierter Informatiker und arbeitet im Verlag der "Freien Presse" als Controller. In seiner Freizeit geht der 53-Jährige gern wandern und gibt Tipps für andere Leute auf Schusters Rappen. (jz)

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