Blaualgen: Badeverbot kein Thema

Talsperrenzweckverband hat keine Befugnisse

Kriebstein.

Nachdem am Dienstag das Vorkommen von Blaualgen in der Talsperre Kriebstein vom Gesundheitsamt des Landkreises bestätigt worden ist, wird im Stausee weiter auf eigene Gefahr gebadet. "Wir können nichts dagegen machen", so Thomas Caro, Geschäftsführer des Zweckverbandes. "Wir haben keine Ordnungshoheit und können niemanden davon abhalten, schwimmen zu gehen." Nur die Anrainerkommunen könnten ein Badeverbot verhängen und es von ihren Ordnungsämtern durchsetzen lassen. In Mittweida, das mit Falkenhain, Lauenhain und Ringethal Uferabschnitte hat, sei das laut OB Ralf Schreiber kein Thema: "Wir weisen jedoch auf die Gefahren hin. Ob man ins Wasser geht, muss jeder selbst entscheiden."

Caro appelliert an den gesunden Menschenverstand. So habe er schon eine Gruppe, zu der auch Kinder gehörten, auf das Risiko der Blaualgen hingewiesen. "Die Kinder schlucken doch mal Wasser. Diese Gefährdung kann man vermeiden." Ansonsten hätten sich rund um die Talsperre ansässige Einrichtungen zurückgemeldet. Caro hatte Campingplätze, Bootsverleiher und Outdoor-Anbieter auf die Algen hingewiesen. Bei der Jugendherberge waren Schilder im Uferbereich aufgehängt worden. Eine Gruppe mit Schülern aus Chemnitz hatte sich davon jedoch nicht stören lassen.

Inzwischen wurden auch im Großhartmannsdorfer Teich Blaualgen nachgewiesen. Ob noch weitere Badestellen im Landkreis untersucht worden sind und inwiefern es dort Befunde gab, will das Gesundheitsamt morgen mitteilen. (fa)

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