Blaualgen: Jetzt warnt das Gesundheitsamt

Der "grüne Teppich" auf dem See hat die Behörde auf den Plan gerufen. Das Landratsamt weist auf das Gesundheitsrisiko hin, ein Verbot gibt es aber nicht.

Kriebstein/Falkenhain.

Am einzigen regulären Badestrand an der Talsperre Kriebstein nahe der Jugendherberge Falkenhain warnen seit gestern Mittag Schilder davor, dort zu baden. Das Gesundheitsamt des Landratsamtes hatte gestern Vormittag den Zweckverband Kriebsteintalsperre informiert, dass man Blaualgen im Gewässer gefunden habe. Geschäftsführer Thomas Caro informierte daraufhin sofort alle Anrainer, wie Hotels, Campingplätze, Bootsverleiher und eben auch die Jugendherberge.Ein offizielles Badeverbot werde es vom Zweckverbandes aber nicht geben, sagte er.

"Die Talsperre Kriebstein ist kein öffentliches Badegewässer", erklärte Caro. Baden könne man hier nur auf eigene Gefahr. Auch deshalb habe es bislang kaum Wasseruntersuchungen gegeben. Die Witterungsverhältnisse mit anhaltender Wärme und steigender Wassertemperatur riefen nun aber das Landratsamt auf den Plan.

"Hinweise auf Blaualgen sind jetzt vom Labor bestätigt worden", teilte Sprecherin Cornelia Kluge mit. Auffällig sei eine Art "grüner Teppich" gewesen.

Dem Gesundheitsamt seien Gewässer wie die Talsperre bekannt, sie würden als "wilde Badestellen" geführt. "Rechtlich gesehen besteht derzeit keine Überwachungspflicht", so die Behördensprecherin. "Dennoch können diese Gewässer zur Gefahr für Badegäste werden. Einige Seen würden mindestens einmal jährlich durch das Gesundheitsamt kontrolliert. Blaualgen (Cyanobakterien) könnten für den Badegast gesundheitliche Folgen haben. "Blaualgen-Toxine können Haut- oder Schleimhautreizungen hervorrufen", warnt die Behörde.

Wer sich dennoch in einem "wilden Badegewässer" abkühlen möchte, sollte nach dem Baden, spätestens am Abend, gründlich duschen, so Kluge. Generell sollte bei einer intensiven Grünfärbung des Wassers, bei geringen Sichttiefen von weniger als einem Meter oder bei Algenteppichen im Uferbereich vorsorglich auf das Baden verzichtet werden. Das Amt teilte auf Nachfrage mit, dass die Wasserprobe am Montag in Falkenhain entnommen wordenist. Analysiert worden sei die Probe in der Landesuntersuchungsanstalt in Dresden.

Die Landestalsperrenverwaltung hat den Stausee langfristig an den Talsperrenzweckverband verpachtet. Der wiederum stuft das Gewässer nicht als Badesee ein. Somit habe es in der Vergangenheit auch keinen Anlass für Untersuchungen gegeben,so Ulrich Pötzsch, Geschäftsleiter beim Wasserzweckverband ZWA in Hainichen. Der Verband hatte auf eigene Kosten schon vor drei Wochen eine erste Wasseruntersuchung veranlasst, damals noch ohne Befund.

Vor zwei Wochen wurden im Labor des ZWA in Hainichen dann doch Netzblaualgen in geringer Konzentration festgestellt. Als Gefahr für Badende wurde das jedoch noch nicht bewertet, weil die Algen damals nicht in dem Umfang als grüne schlierenartige Gebilde im Wasser vorkamen. "Es war in den vergangenen zwei Wochen aber weiterhin heiß. Das kann dazu geführt haben, dass sich die Blaualgen entwickeln konnten", sagte gestern die ZWA-Laborleiterin Ute Herrmann.

Holger Nitzschke von der Jugendherberge Falkenhain hat nach der Information des Zweckverbandes sofort gehandelt und Schilder im Uferbereich angebracht. "Dabei sah das Wasser am Dienstag im Vergleich zu den Vortagen gar nicht so schlimm aus", sagte der Falkenhainer. Dass die Blaualgen nun bestätigt sind, habe ihn nicht überrascht. "Es waren zunehmend weniger Badegäste, kein Vergleich zum Juni und Juli. Und es war wirklich nicht mehr schön, hier ins Wasser zu gehen." Dabei hätten sich die Gäste danach ohnehin abgeduscht. Allerdings war Nitzschke aufgefallen, dass bei Ringethal häufig gebadet wurde. Dort sei das Wasser nicht so grün eingefärbt.

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