Brache: Anwohner fühlen sich belästigt

Am Nachbarhaus wuchert das Unkraut und sorgt für Feuchtigkeitsschäden im Haus der Geringswalder Familie Hallas. Doch Beschwerden beim Eigentümer haben bisher nicht viel gebracht.

Geringswalde.

Peter Hallas aus Geringswalde platzt fast der Kragen. Ein dicker Ordner enthält alle Dokumente, die sich seit mehr als sechs Jahren angesammelt haben. Mithin alles hilflose Versuche, Belästigungen durch den Zustand am Nachbarhaus ein Ende zu machen.

Denn auf der von der Straße abgewandten Seite des Gebäudes an der Goldammerstraße 8 steht der Wildwuchs mehr als drei Meter hoch. Wucherndes Gras und Unkraut bilden ein undurchdringliches Dickicht, das bis auf das Grundstück der Familie wächst.


Auf der rückwärtigen Seite von Hallas' Schuppen staut sich durch das dichte Geflecht die Feuchtigkeit. Und die wilde Vegetation hat die Nachbarn längst erreicht. "Gras- und Unkrautsamen verteilen sich überall", schimpft Ehefrau Helga Hallas. Und sie denke lieber nicht darüber nach, was sich an Tieren inzwischen in dem vernachlässigten Gelände breitgemacht haben könnte.

Das Mehrfamilienhaus gehört der Unternehmensgruppe Lakis mit Sitz im nordrhein-westfälischen Krefeld. In einem Brief und in Telefonaten hatten Helga und Peter Hallas darum gebeten, Ordnung auf dem Grundstück zu schaffen. Nachdem sich jahrelang nichts bewegte, beauftragte der Senior 2013 einen Anwalt, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Indes wurde seine Geduld auf eine harte Probe gestellt: Erst im November 2016 rückte ein von Lakis beauftragter Hausmeisterservice an.

Familie Hallas glaubt nicht mehr an eine Besserung des Zustandes. Denn seither habe sich bis auf gelegentliche Pflege des Vorgartens direkt an der Straße nichts getan. "Diese Einzelaktion genügt nicht", kritisiert Helga Hallas. "Inzwischen steht das Unkraut noch höher als vor drei Jahren."

Die Brache sorgt auch im Innern des Hallas-Hauses für wachsenden Ärger. "Die dem Nachbarn zugewandte Wand eines unserer Zimmer zeigt Flecke, vermutlich hervorgerufen durch permanente Feuchtigkeit von nebenan", ärgert sich Peter Hallas. Selbst konsequentes Lüften helfe nicht.

Im Hause Lakis hofft man noch immer auf einen Käufer. "Wir haben das Objekt einem Makler übergeben", erklärte Lakis-Mitarbeiter Marc Peters. Indes sei der Unternehmensgruppe die Lage am Immobilienmarkt in der sächsischen Provinz durchaus bewusst. "Sollte sich ein Interessent finden, würden wir die Immobilie für kleines Geld abgeben." Abriss sollte immer die letzte Option sein. Den Wildwuchs hinter dem Haus wolle er sich zunächst dokumentieren lassen, um dann eine Entscheidung zu treffen.

Was den Verkauf anbelangt, zweifeln Helga und Peter Hallas an der Ernsthaftigkeit der Bemühungen. "Dann sollte der Eigentümer zumindest ein gut sichtbares Schild aufstellen, aus dem hervorgeht, dass das Haus angeboten werden soll."

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