Brache verschwindet aus Geringswalder Stadtbild

Das einsturzgefährdete Gebäude an der Straße Am Klosterbach gibt es nicht mehr. Die Kosten für den Abriss übernimmt Nordrhein-Westfalen.

Geringswalde.

Zug um Zug beißt sich der Sortiergreifer des 25-Tonnen-Baggers ins mürbe Mauerwerk. Staubwolken hüllen die Anlieger ein, spröde Holzbalken und Fladen mürben Putzes krachen in den Schuttcontainer, berstende Glasscheiben klirren. Von dem dominierenden Haus an der Straße Am Klosterbach an der Einmündung Unterer Hohlweg ist kaum noch etwas zu sehen.

Damit herabfallende Trümmer keinen Schaden anrichten, hatte das Abriss- und Recycling- Unternehmen "Uhlmann & Finke" aus Hainichen vorsorglich ein Schotter-Sand-Gemisch entlang der Straße und des Fußweges aufgetürmt. Einer der Mitarbeiter wischt sich Schweiß und Staub von der Stirn. "Mit dem Sortieren werden wir satt zu tun haben", meint der Mann. Allein zwölf Kühlschränke hätten sein Kollege und er aus dem wackeligen Konstrukt geholt. "Entkernen vor dem Abriss war wegen der hohen Einsturzgefahr nicht möglich", sagt er. Keller und Erdgeschoss seien bis zur Decke mit Hausmüll vollgestopft.

Der Abriss geht als sogenannte Ersatzvornahme des Landkreises über die Bühne. Diese Regelung tritt immer dann ein, wenn von Gebäuden eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht und der Eigentümer nicht reagiert. Dann geht die Behörde in Vorleistung und versucht die Kosten im Nachgang einzutreiben.

In diesem Fall bleiben dem Landkreis die Ausgaben, die sich nach Angaben des Landratsamtes auf rund 70.000 Euro belaufen werden, erspart. Möglich macht das ein Arrangement zwischen Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Denn es handelt sich um eine sogenannte Fiskalerbschaft durch das Land Nordrhein-Westfalen. Dort lebte bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr ein Geschäftsmann aus Kaarst bei Düsseldorf. Er hatte die Schrottimmobilie Mitte 2016 von der Unternehmensgruppe Lakis erworben, zeigte sich allerdings kurz nach dem Kauf vom Zustand des Doppelhauses schwer ernüchtert. Statt mit einem Weiterverkauf der Immobilie seine, wie er damals sagte, minimale Rente aufbessern zu können, würden Kosten unwägbaren Ausmaßes auf ihn zukommen. Schließlich wurde nach dem Tod des Mannes das Land Nordrhein-Westfalen Erbe und somit Eigentümer des Grundstücks.

Mit dem Abschluss der Arbeiten rechnet Firmenchef Jochen Uhlmann etwa Mitte Dezember. So lange bleibt die Sperrung zwischen Oberem Hohlweg und Einmündung Erich-Zeigner-Straße bestehen.

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