Brandschutz: Gasthof droht Schließung

Mühlaus Bürgermeister hat die Vereine um Hilfe bei der Sanierung gebeten. Doch bisher fehlt die Bereitschaft. Jetzt könnte es eine Lösung geben, aber der Gemeinderat konnte nicht darüber abstimmen.

Mühlau.

Eigentlich ist der Landgasthof in Mühlau seit knapp zwei Jahren geschlossen, weil ein Pächter fehlt. Nur zu Gemeinderatssitzungen, privaten Vermietungen oder Veranstaltungen im Saal öffnet das Haus. Nun droht die vollständige Schließung, weil Brandschutzauflagen seit Jahren nicht erfüllt werden. Zur Gemeinderatssitzung sollte dazu ein rettender Beschluss gefasst werden.

Mühlaus Bürgermeister Frank Petermann hatte Mitte November die Einwohner darüber informiert, dass das Landratsamt Mittelsachsen einen Brandschutznachweis zu erfolgten Sanierungsarbeiten fordert. Als Alternative hätte ein Maßnahmekatalog aus den Auflagen des Brandschutzkonzeptes erstellt werden müssen. Doch die Gemeinde verschob beides, weil das nötige Geld fehlt.

"In den vergangenen drei Jahren brauchten wir Geld für den Kita-Neubau, das ist eine Pflichtaufgabe", so der Bürgermeister. Das Objekt Linde sei eine freiwillige Aufgabe und könne nur über frei verfügbare Mittel finanziert werden. Nach ersten Berechnungen würden rund 65.000 Euro gebraucht. Einige Arbeiten könnten in Eigenleistung erfolgen. Doch das reiche nicht. Deshalb hatte der Bürgermeister Vereine um Hilfe gebeten. Doch bisher habe keiner seine Bereitschaft erklärt.

Zur Gemeinderatssitzung bot die Singgemeinschaft Mühlau Hilfe an. Der Verein könne sich finanziell an der Sanierung beteiligen. Aber bei einem Jahresbudget von 1000 bis 2000 Euro sei die Summe vergleichsweise gering. Nun erwartet die Gemeinde aber ein zusätzlicher Geldregen. Wie im jüngsten Gemeinschaftsausschuss bekannt wurde, hat Mühlau zu viel Verwaltungskostenumlage an Burgstädt gezahlt. Das Plus von 40.000 Euro könnte für den Brandschutz verwendet werden.

Als erster Schritt sei eine Fristverlängerung bei der Kreisbehörde erreicht worden, sagte Petermann. Doch der Gemeinderat konnte am Mittwoch keinen Beschluss fassen, weil nur fünf der 14 Gemeinderäte anwesend waren. Laut Gesetz ist der Gemeinderat beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte aller Mitglieder anwesend und stimmberechtigt ist. Jetzt wird die Entscheidung in den Januar vertagt.

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