Brücke über die Bahn: Abriss und Neubau frühestens 2023

Mittweida und Erlau wollen am maroden Bauwerk endlich tätig werden. Doch zuvor stehen unter anderem Vermessungen an.

Erlau/Mittweida.

Frühestens in gut zwei Jahren wird sich wohl ein Projekt realisieren lassen, das die Stadt Mittweida und die Gemeinde Erlau schon seit geraumer Zeit planen - der Abriss und Neubau der Brücke über die Bahngleise an der Diebstraße in Lauenhain. "Der realistische Bautermin verschiebt sich mindestens auf 2023", sagte Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber auf Anfrage.

Das Bauwerk liegt auf Gelände beider Kommunen, weshalb sich Stadt und Gemeinde die Eigenanteile teilen. Rund 2,1 Millionen Euro wird das Vorhaben kosten. Die Kommunen hoffen auf einen Fördersatz von 90 Prozent aus dem Programm Kommunaler Straßen- und Brückenbau des Freistaates.

Von Lauenhain aus dient die Brücke als Weg zu einem Wohnhaus, zu einer Gartensparte, für den landwirtschaftlichen Verkehr und zu einer Erdgastrasse. Vermutlich um 1852 wurde das Bauwerk errichtet, als man die 1847 eröffnete Bahnstrecke Riesa-Limmritz nach Chemnitz verlängerte. Wegen massiver Schäden darf die Brücke nur noch beschränkt befahren werden. Anfang 2017 ordnete die Stadt an: Nur noch Fahrzeuge nicht breiter als 2,10 Meter und nicht höher als 3,30 Meter dürfen auf die Brücke. Außerdem dürfen sie nur drei Tonnen wiegen.

2016, 2018 und zuletzt im Oktober 2019 erfolgten Notreparaturen, so Schreiber. Bei der letzten Reparatur wurden Risse im Bauwerk geschlossen. Alle drei Monate überprüft ein Ingenieurbüro die Brücke. Laut Schreiber sind bislang Kosten von gut 61.000 Euro angefallen. Die Sanierungen erweisen sich bislang als dauerhaft, so der OB. Das Vorhaben wird trotzdem weiter verfolgt. 2019 haben Gemeinde- und Stadtrat Abriss und Neubau beschlossen. Zurzeit wird der Entwurf geplant. Dies habe sich verzögert. Zum einen müsse die Baustraße zur Brücke noch vermessen werden. Sie soll vom Gewerbegebiet Leipziger Straße aus um die Betriebe herum führen. Zum anderen müsse geprüft werden, wie das Oberflächenwasser eingeleitet werden kann. Auch das erfordere Vermessung. 2021 will man Baurecht erhalten. Dann muss der Bautermin mit dem Bahnbetrieb abgestimmt werden. Erst danach kann Förderung beantragt werden.

Die neue Brücke soll durch Fahrzeuge aller Art nutzbar sein. Für den Überbau der Brücke wird mit einer Nutzungsdauer von 70 Jahren gerechnet, für den Unterbau mit 110Jahren. Für Abriss und Neubau muss die Bahnstrecke jeweils vier Tage lang gesperrt werden.

Als Variante im Gespräch war auch eine Restaurierung. Doch die Nutzungsdauer der Brücke wäre auf 25 Jahre begrenzt gewesen, die Bahnstrecke hätte lange gesperrt werden müssen. Auch die Idee für eine Straße von Mittweida aus, kombiniert mit einer Geh- und Radwegbrücke, kam auf. Doch wegen der Länge der Straße erwies sich das als unwirtschaftlich. Auch hätte Grund erworben werden müssen. Gespräche dazu gestalteten sich schwierig.

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