Budenzauber in Chemnitz endet schon 20 Uhr

Stadtrat soll über eine Änderung der Schließzeit 2020 abstimmen

Chemnitz.

Es war ein Aufreger, als die Stadtverwaltung im Herbst bekanntgab, dass der Weihnachtsmarkt dieses Jahr sonntags bis donnerstags 20 Uhr und damit eine Stunde früher als bisher schließt. Freitag und Samstag öffnen die Buden weiter bis 21 Uhr. Das Rathaus reagiere damit "auf die Wünsche der Händler, nicht auf die der Einwohner oder Kunden", kommentierte ein Nutzer den Bericht von "Freie Presse" im Internet.

Über die Öffnungszeiten sei in der Verwaltung "nach reiflichen Überlegungen" entschieden worden, sagt eine Sprecherin. Der überwiegende Teil der Händler begrüße die Regelung. Es sei in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden, Händler mit weihnachtsmarkttypischen Sortimenten, wie erzgebirgischem Weihnachtsschmuck, zu finden. Nach Aussagen der Kioskbetreiber werde wochentags abends kein Umsatz erzielt, so die Sprecherin.

Nicht zufrieden ist die Fraktionsgemeinschaft Die Linke/Die Partei mit dieser Regelung. In der Stadtratssitzung am Mittwoch bringt sie einen Beschlussantrag ein, wonach die Verwaltung Vorschläge für flexible Öffnungszeiten für den Weihnachtsmarkt 2020 vorlegen soll. Fraktionsvorsitzende Susanne Schaper schlägt vor, insbesondere Händlern mit gastronomischer Versorgung entgegenzukommen und ihnen eine freiwillige Öffnungszeit bis 21 Uhr einzuräumen.

Doch die Händler favorisieren die aktuelle Regelung. "Sie ist gerecht und wird von 85 bis 90 Prozent der Gewerbetreibenden akzeptiert", sagt Siegfried Ade. Er betreibt zwei Stände für Essen und Trinken. "Mittags und abends bis 19.30 Uhr ist am meisten los", sagt Tim Schanze, der einen Gemüsestand hat. Zudem profitierten die Lokale in der Innenstadt von der neuen Öffnungszeit. "20 Uhr gehen viele nicht nach Hause. Sie wechseln in eine Kneipe in der Umgebung." Das bestätigt Janine Wellm, Betriebsleiterin des Restaurant "Alex" am Neumarkt. Nach 20 Uhr seien die Tische schnell belegt, weil die Weihnachtsmarktbesucher ins Lokal strömten.

Dass freitags und samstags bis 21Uhr offen ist, finde sie gut, sagt Besucherin Jutta Lämmel. "Da haben die Leute mehr Zeit als wochentags." Andererseits gibt sie zu Bedenken: "Wer kauft an diesen Tagen um 21 Uhr noch Socken?" Für Leute, die arbeiten, seien längere Öffnungszeiten besser, meint indes Elke Graupner.

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