Bürger fordern Tempo 30

Die Stadt Penig und der Landkreis prüfen zurzeit Beschränkungen der Geschwindigkeit vor Kitas. Einen Schilderwald will die Kommune jedoch vermeiden.

Penig.

Nach dem tödlichen Schulwegunfall von Langenleuba-Oberhain sind Eltern in Penig und in den Ortsteilen sensibilisiert. Generell vor Schulen und Kindertagesstätten sollten Tempo-30-Schilder aufgestellt werden, wurde zur jüngsten Stadtratssitzung gefordert. Wie Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) informierte, stehe die Stadt Penig, was spezielle Bereiche betrifft, mit dem Landkreis Mittelsachsen in Verhandlungen.

So wurde zur Stadtratssitzung gefordert, im Bereich der Kita "Regenbogen" zusätzlich zum bestehenden Schild "Achtung, Kinder" noch ein 30-km/h-Schild aufzustellen. Wie Eulenberger argumentierte, mache dies aus seiner Sicht keinen Sinn, da durch die vielen Straßeneinmündungen die "30" immer wieder erneuert werden müsste und so ein Schilderwald entstünde. Laut Stadtverwaltung sei das Schild "Achtung, Kinder" höherwertiger einzuschätzen als das "30"-Schild. "Denn es bedeutet, dass man die Geschwindigkeit in diesem Bereich so anpassen muss, dass jederzeit ein gefahrloses Anhalten möglich ist", sagt Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Im Notfall, wenn plötzlich ein Kind über die Fahrbahn laufe, könnten sogar 30 km/h noch zu schnell sein.


Werner Hoffmann, Geschäftsführer der Gebietsverkehrswacht Mittweida, sieht das etwas anders. "Denn von den Kraftfahrern wird das Schild ,30 km/h' vorrangiger als eine Geschwindigkeitsbegrenzung wahrgenommen", behauptet er. Aus seiner Sicht sei daher das 30-km/h-Schild wirkungsvoller. Es obliege der jeweiligen Kommune, zusätzlich zu "Achtung, Kinder" noch ein 30-km/h-Zeichen aufstellen zu lassen - nur nicht gemeinsam an einem Mast, sondern örtlich versetzt. Dann müsse die Geschwindigkeitsbegrenzung aber in jedem Fall wieder aufgehoben werden. Auch vor Schulen und Kitas seien beide Schilder möglich und auch sinnvoll, wenn die Kommune das so einschätzt, erklärt Hoffmann. Alle zwei Jahre und bei besonderen Anlässen finden im Landkreis sogenannte Verkehrsschauen statt, bei denen Vertreter des Landratsamtes, der Polizei und der jeweiligen Kommune Änderungen der Beschilderung vornehmen.

Zur Stadtratssitzung wurde noch eine Stelle angesprochen, an der die Beschilderung zu prüfen sei. So informierte Eulenberger, dass die Stadt für den Bereich der Erich-Kästner-Grundschule an der Bahnhofstraße eine 30-km/h-Beschilderung beantragt habe. Auch solle der Landkreis prüfen, ob zusätzlich ein Überweg eingerichtet und mit Zebrastreifen gekennzeichnet werden kann.

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