Burgstädter Kinder ziehen in Hortcontainer

Besucher waren überrascht, dass die Zimmer geräumig und die Temperaturen trotz Hitze erträglich sind. Zum Schulbeginn wird trotzdem noch nicht geöffnet.

Burgstädt.

Auf den ersten Blick sehen sie grau und unansehnlich aus: die neuen Container an der Chemnitzer Straße in Burgstädt. Mit dem Start des neuen Schuljahres sollen dort 60 Erst- und Zweitklässler der Goetheschule betreut werden. Vergangene Woche konnten Eltern, Großeltern und Kinder die neue Unterkunft vorab anschauen.

Viele waren überrascht. "Ich hatte mir die Container schlimmer vorgestellt", sagte Sandra Streubel aus dem Ortsteil Herrenhaide. Ihre Tochter Lenja wurde am Samstag eingeschult. Die Zimmer seien hell und freundlich, zum Spielen sei genügend Platz. Einziges Manko: der Weg von der Schule zum Hortcontainer sei ziemlich weit. "Auch ist es bei heruntergezogenen Jalousien kühler als draußen", ergänzte ein 42-jähriger Vater. Sein sechsjähriger Sohn ist ebenfalls eingeschult worden. "Alles ist neu, das ist total schön", fügte Nadine Knorrn hinzu. Ihr achtjähriger Emil sei besonders von den vielen Angeboten im Atelier mit Kreativbereich begeistert. "Ich mal eine Sonne mit Wiese und Blumen", sagte Emil.

Doch im Außengelände fehlen noch Rasen und auch Blumen. "Das ist auch der Grund, warum der Hort noch nicht öffnen kann", sagte Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler). Seit drei Wochen sollte ein Rollrasen verlegt werden. Aber wegen der Hitze sei das bisher nicht möglich gewesen, ergänzte er. Doch das Landesjugendamt erteile nur die Betriebserlaubnis, wenn auch das Außengelände mit dem Rasen fertig sei. Wann die etwa 60 Kinder der beiden ersten und der einen zweiten Klasse der Goetheschule den Hortcontainer beziehen können, stehe noch nicht fest. Wenn der Rollrasen verlegt werde, dauere es bei nicht so heißem Wetter noch zwei Wochen, bis er anwachse. Das liege tatsächlich an den Wetterverhältnissen, sagte Naumann und bat um Verständnis. Vorübergehend würden die Kinder in der Kita Regenbogen und im Haupt-Hort an der Göppersdorfer Straße betreut.

Zudem erklärte der Bürgermeister den Besuchern - im Laufe des Nachmittags kamen etwa 100 Interessierte - , dass die Kinder etwa zwei Schuljahre übergangsweise im Container betreut werden. Bisher hieß es, dass ein Hort-Neubau ab Schuljahr 2019/20 zur Verfügung steht.

Weil der Hort Traumland an der Göppersdorfer Straße mit einer Kapazität von 126 Plätzen zu klein geworden ist, planen die Stadträte seit Jahren einen Neubau. Geplant ist eine Investition in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Laut einer Prognose steigt die Anzahl der Hortkinder kontinuierlich. Von Jahr zu Jahr erhöht sich die Nachfrage. Im Schuljahr 2019/20 wären es 170 Kinder und 2021/22 reichlich 200.

Das habe mehrere Ursachen, sagt Hauptamtsleiterin Josefine Müller. Es hänge zum einen mit den Geburtenzahlen, aber auch mit Zuzügen und einer stärkeren Nutzung des Hortes für die Früh- und Nachmittagsbetreuung zusammen. Doch bisher fehlten das nötige Fördergeld und der Standort. Eine Grundsatzentscheidung soll zur Stadtratssitzung am 3. September fallen, sagt Bürgermeister Naumann. Geprüft worden seien sieben Standorte, sechs davon kämen in die engere Wahl, so Naumann. Mehr sage er nicht dazu. "Wir rechnen damit, dass der Hort-Neubau mit 80 Plätzen etwa in anderthalb Jahren steht." Zur Sicherheit plane man mit zwei Schuljahren. Kosten zur Container-Miete nennt er auf Nachfrage nicht.

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