Burgstädter Stadtrat entscheidet über Standort für Hort-Neubau

Für rund 2,3 Millionen Euro soll ein Gebäude mit 80 Plätzen gebaut werden. Sechs Areale stehen zur Auswahl. Doch selbst, wenn diese Entscheidung gefallen ist, ist das Projekt noch nicht gesichert.

Burgstädt.

In den nächsten Tagen erhalten Eltern von 60 Erst- und Zweitklässlern der Goetheschule einen Brief aus dem Burgstädter Rathaus. Darin erklärt Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler), dass ihre Kinder noch immer nicht im neuen Hort-Container an der Chemnitzer Straße betreut werden können. "Das Anwachsen des Rollrasens schreitet voran", sagt Naumann. Doch er brauche noch bis Mitte September eine Ruhezeit. Frühestens ab 17. September sollen die neuen Räume bezogen werden. Dann, so hofft er, liege auch die Betriebserlaubnis des Landesjugendamtes vor. Der Hort-Container ist als Übergangslösung gedacht. Denn eigentlich sollte ein Neubau schon viel eher stehen.

Neben der Unklarheit über Standorte kam es zu einer Verzögerung beim Festlegen von Planungsbüros. Als Interimslösung ab diesem Schuljahr für maximal zwei Jahre entschied sich der Stadtrat für den Platz an der Chemnitzer Straße 144. Solange der Container nicht bezogen werden kann, werden die Hortkinder in der Kita Regenbogen und im Haupt-Hort an der Göppersdorfer Straße betreut.

An der Göppersdorfer Straße war der Betreiber, der Verein Muldentaler Jugendhäuser, an die Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die Einrichtung hat 150 Plätze. Aber laut einer Prognose steigt die Nachfrage nach Hortplätzen kontinuierlich. Im Schuljahr 2019/20 wären es 170 Kinder und 2021/22 reichlich 200.

Als Gründe für die gestiegene Nachfrage sieht Hauptamtsleiterin Josefine Müller den Anstieg von Geburten und Zuzügen sowie eine stärkere Nutzung des Hortes für die Früh- und Nachmittagsbetreuung. Auf Bundesebene ist ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich ab dem Jahr 2025 avisiert worden, heißt es.

Die Stadtverwaltung stellt den Stadträten in ihrer Sitzung am Montag sechs Varianten für einen Standort des Hort-Neubaus vor. Zwischenzeitlich wurden sogar sieben mögliche Varianten untersucht. Bewertet wurden letztendlich sechs: Hort-Erweiterung bzw. Ausbau an der Goetheschule, Sanierung des früheren Don-Bosco-Hauses oder Neubau an der Köbkestraße, das Gelände an der Turnhalle Albertsburg sowie der ehemalige Gasthof Krone an der Chemnitzer Straße. Letzteres Haus hat das Don-Bosco-Jugendwerk gekauft und will es sanieren lassen. Das Bauamt hat die sechs Varianten nach vier Aspekten untersucht, unter anderem Standortvorteil, Zeitfaktor, Ökonomie und Funktionalität. Dafür wurden Punkte verteilt.

"Wir favorisieren das Gelände an der Albertsburg", sagt Naumann. Er sei froh, dass nach jahrelanger Suche endlich eine Lösung gefunden worden sei. Laut einem Ranking liegt der Neubau an der Albertsburg an erster Stelle, gefolgt von einer Erweiterung an der Goetheschule.

Letztes Wort hat der Stadtrat, sagt Naumann. Aber er dämpft die Erwartungen: "Noch immer ist die Finanzierung nicht geklärt." Die Stadt plant bisher mit einer Investition in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Doch eine Fördergeld-Zusage gibt es noch nicht.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...