Burgstädter streiten mit Minister am Küchentisch

Fehlende Lehrer, Verkehrsprobleme und schlecht bezahlte Pflegekräfte - die Einwohner sprechen viele Themen an - auch unbequeme.

Burgstädt.

Im Wahlkampf 2014 war die Idee der Küchentischtour von Sachsens SPD-Chef Martin Dulig geboren worden. "Meine besten Berater sitzen am Küchentisch - Familie und Freunde", sagt der 45-Jährige. Zehn Jahre habe der Tisch daheim gestanden, wo die Kinder Hausaufgaben machten, gestritten, gelacht, sich unterhalten und manche Party gefeiert wurde. Seine 56. Station war am Donnerstagabend Burgstädt. Zwar befinde sich Dulig wieder im Wahlkampf, aber er habe zwischen den Jahren am Gesprächsangebot festgehalten. Etwa 60 Interessierte hatten im Hotel Alte Spinnerei Platz genommen. Knapp zweieinhalb Stunden wurde diskutiert, gestritten und auch gelacht. "Freie Presse" fasst zusammen.

Verkehrspolitik: Der Direktkandidat der SPD in der Region, Steve Sarfert, will den ländlichen Raum stärken, damit junge Leute wie er in den Dörfern bleiben. Deshalb plädiert er für eine Landesverkehrsgesellschaft, damit mehr Busse und Bahnen fahren. Dulig will ein Plusbussnetz aufbauen. In dichtem Takt und auch an schulfreien Tagen sollen Busse künftig Grund- und Mittelzentren verbinden. Außerdem setze er sich für ein Bildungsticket ein, mit dem junge Leute für zehn Euro im Monat im Verkehrsverbund fahren können.


Mobilität: Ein Mann will wissen, ob angesichts der Staus auf Autobahnen die SPD die rollende Landstraße wieder einführen will. Dulig sagt, dass der Güterverkehr mehr auf die Schiene verlegt werden müsse. Die rollende Landstraße sei weiterzuentwickeln.

Migration: Ein Schüler kritisiert Deutschlands Asylpolitik. Dabei spricht er von Flüchtlingszahlen, die Dulig korrigiert. Außerdem fordern der 17-Jährige und andere Teilnehmer eine Abschiebung von straffälligen Flüchtlingen. Dulig sagt: "Egal, woher einer kommt, wenn er kriminell wird, muss er bestraft werden, dafür haben wir Gesetze." Aber gleichzeitig erläutert er, dass eine Abschiebung nicht so einfach sei, wenn Herkunftsstaaten ihre Menschen nicht mehr aufnehmen oder die Straftäter untertauchen würden.

Bildung: Der Gymnasiast fragt, was Dulig gegen Lehrermangel unternehme. Der Politiker macht die Vorgängerregierung CDU/FDP in Sachsen verantwortlich. 5000 Lehrerstellen seien abgebaut worden. Jetzt sei ein 1,7-Milliarden-Euro-Paket geschnürt worden. Aber auch die Wertschätzung des Lehrerberufs sei wichtig. Zudem plädieren Dulig und Sarfert für die Gemeinschaftsschule und für kostenfreie Kitaplätze aus.

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