Chursdorf: Das Konzept vom Büffeldorf geht vorerst nicht auf

Die Tiere sollten bei der Entwicklung der touristischen Infrastruktur helfen. Doch weder die Aktivitäten eines Vereins noch eine 11.000 Euro teure Analyse brachten den Durchbruch. Trotzdem sehen die Beteiligten Erfolge.

Chursdorf.

Die Idee vom Büffeldorf, in das Touristen aus der Region und aus ganz Deutschland in Scharen strömen, sei "erst einmal gestorben". So formuliert es Franko Helbig, der Vorsitzende des Fördervereins Chursdorf. Seit Anfang August des Vorjahres die Chursdorfer Landgut-Gesellschaft ein Insolvenzverfahren beantragt hat, sei es kaum noch möglich, gemeinsam mit der Büffelfirma Aktionen zu planen.

Die Büffel sind allerdings weiterhin auf der Weide zu sehen. Laut Landgut-Mitgesellschafter Peter Schloßer sind es derzeit 168 Tiere, darunter einige Kälber. Der laut Schloßer bisher vom Landgut organisierte alljährliche "Bauernmarkt" soll ebenfalls weitergeführt werden. Er findet am 6. Mai von 10 bis 17 Uhr als "Frühlingsmarkt" auf dem ehemaligen Sportplatzgelände am Landgutweg statt. Veranstaltet wird er in diesem Jahr vom Förderverein Chursdorf. Die Stadt Penig unterstützt die Veranstaltung, laut Bauamtsleiterin Cornelia Quaas unter anderem durch den Aufbau der Verkaufsbuden. Das Landgut wird dort als ein Händler unter vielen seine Produkte anbieten. Auch der Hofladen sei weiterhin geöffnet, so Schloßer.

"Vom Büffeldorf ist nicht mehr viel die Rede", räumt Quaas ein. Durch die Landtourismus-Initiative sei jedoch einiges angekurbelt worden. Als Flopp will sie eine rund 11.000 Euro teure Analyse, mit deren Hilfe man dem Ziel "Büffeldorf" vor fast fünf Jahren näher zu kommen hoffte, deshalb nicht bezeichnen. Die Einwohnerzahl des Ortsteiles ist laut Ortsvorsteher Manfred Thiele mit rund 46o etwa konstant geblieben. 54 sind Mitglied im Förderverein, sagt Helbig. Für den Frühlingsmarkt hat sich der Verein Partner wie die Naturschutzstation Weiditz für die Kinderbetreuung ins Boot geholt. Der Verein organisiert zudem rund ums Jahr Geselligkeiten sowie Kinder- und Sportveranstaltungen im Ort.

Vereinsmitglieder hätten zudem in ihrer Freizeit touristische Angebote aufgewertet, so Quaas. So seien an der Büffelfarm eine Sitzgruppe für Radtouristen und Wanderer aufgebaut und eine Brücke am Weg um den Höllteich erneuert worden. Das bleibe, und vielleicht auch die Büffelfarm, so Quaas. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt sie. Für den Betrieb gebe es Interessenten. Der Wille, Besuchergruppen durch die Farm zu führen und Seminare durchzuführen, sei ebenfalls noch da, sagt Ortsvorsteher und Landgut-Gesellschafter Manfred Thiele. Penig sei im Herbst zudem Tagungsort für einen Kongress des Sächsischen Büffelzuchtverbandes mit Teilnehmern aus dem In- und Ausland. Schloßer würde das Geschäft mit Reisegruppen gern ausbauen, auch um die Produkte besser an den Mann zu bringen. Derzeit laufe der Verkauf in der Region nur mäßig, sagt er. Der beste Umsatz werde auf Märkten wie in der Landeshauptstadt Dresden und bei Festen erzielt. Sechs Vollzeit- und drei Teilzeitbeschäftigten bietet das Gut derzeit Arbeit.

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