Claußnitz ändert Gebühren

Für die Sportstätten in der Gemeinde ist erstmals eine Kalkulation der anfallenden Kosten erstellt worden. Ziel ist es, mehr Einnahmen zu erzielen - vor allem von einer speziellen Personengruppe.

Claußnitz.

Wenn am 29. Juli der Vorstand des Claußnitzer Sportvereins TSV Einheit tagt, wird es auch um ein heißes Eisen gehen: die neue Sportstätten-Entgeltordnung. Denn der Gemeinderat hatte beschlossen, dass Kosten und Entgelte auf den Prüfstand gehören. Seit 23 Jahren sind die Gebühren in der Gemeinde unverändert.

Hintergrund: Kämmerin Katrin Friedrich musste wegen des Ratsbeschlusses einige Hausaufgaben machen. Sie ermittelte die Kosten für die Turnhallen Diethensdorf und Markersdorf sowie die dazugehörigen Vereinsräume. Außerdem analysierte sie die Ausgaben für die Kegelbahn und den Sportplatz in Markersdorf sowie den Rasenplatz mit der Leichtathletikanlage Claußnitz.


Vorschlag: Die Verwaltung plant, die Nutzung der Sportstätten für Kinder und Jugendliche, die in eingetragenen Vereinen organisiert sind, zu 100 Prozent zu fördern. Das heißt: Für sämtliche Anlagen wird keine Gebühr verlangt. Das soll auch auf Schulen und Kitas zutreffen, deren Träger die Gemeinde ist. Hingegen will die Gemeinde für den Trainingsbetrieb der Erwachsenen in Vereinen einen Zuschuss von 85 Prozent und für den Spielbetrieb 50 Prozent zahlen. "Das fehlende Geld kann beispielsweise durch Mitgliedsbeiträge und Einnahmen durch Ticketverkäufe gedeckt werden", erläuterte Hermsdorf.

Die Zahlen: Für den Sportplatz Claußnitz schlagen 2014 rund 15.700 Euro zu Buche. Darin enthalten sind Personalkosten für Hallenwart, Mäh- und Pflegearbeiten, Versicherung, Reinigung und weitere Aufwendungen. 2018 betrugen die Kosten etwa 18.000 Euro. Kalkuliert wird aber bereits schon mit den Kosten für die neue Zweifeldhalle, die dieses Jahr bezogen werden soll. Die Kämmerin gibt die Jahreskosten mit reichlich 141.000 Euro an. Die jährlichen Ausgaben in der Turnhalle Diethensdorf stiegen von 14.300 Euro im Jahr 2014 auf 15.000 Euro im Jahr 2018. Für die Turnhalle Markersdorf mit Kegelbahn werden die Kosten zwischen 2014 und 2018 mit jährlich etwa knapp 30.000 Euro angegeben.

Bisherige Gebühren: In der Satzung vom 16. Dezember 1996 ist geregelt, dass alle Vereine, die gemeindeeigenen Sportstätten nutzen, von Gebühren befreit werden. Dabei gebe es keine Staffelung, ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene die Einrichtungen besuchen, sagt Friedrich. Auch werde nicht unterschieden, ob die Sportstätten für Freizeitaktivitäten oder Wettkämpfe genutzt werden. Einen Obolus müssten aber schon bisher Privatpersonen für den Aufenthalt bezahlen. So koste beispielsweise der Aufenthalt auf der Kegelbahn für diese Gruppe 15 Euro pro Stunde.

Geplante Gebühren: Laut geplanter Verordnung wird in vier Nutzergruppen unterteilt: A: Kinder und Jugendliche sowie Schulen und Kitas; B: Trainingsbetrieb Erwachsene; C: Wettkampfbetrieb/Turniere der Erwachsenen und D: ortsfremde Vereine, private Nutzer. Nach den Kalkulationen zwischen den Jahren 2014 und 2018 errechnete die Kämmerin Nutzungsentgelte pro Stunde und Nutzergruppe (siehe Tabelle).

Zeitplan: Alle Vereine seien über die Veränderungen und den Entwurf der Satzung informiert worden. Ziel sei es, die neue Entgeltverordnung durch den Gemeinderat im August beschließen zu lassen. Mit der Saison 2019/20 könnte sie dann in Kraft treten. Die nächste Ratssitzung findet am 12. August statt.

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