Damit der Ball weiter rollen kann

Noch einmal 7000 Euro fließen in die Sanierung des Waldsportplatzes in Geringswalde. Mit dem Beschluss stellten die Räte sicher, dass die Fußballer ihren Spielbetrieb aufrecht erhalten können.

Geringswalde.

Die Fußballer des Geringswalder Sportvereins SV 94 können aufatmen. Die Stadträte, die sich am Dienstagabend in der Martin-Luther-Kirche getroffen hatten, sprachen sich einstimmig für einen weiteren Zuschuss in Höhe von 7000 Euro für die Sanierung des Fußballplatzes aus. 11.000 Euro hatte die Kommune bereits vorsorglich im aktuellen Haushalt eingeplant. Diese Summe reicht aber nicht aus, um auch den Rasen künftig mit Brunnenwasser zu versorgen. Zwei trockene Sommer hatten dem Spielfeld endgültig den Rest gegeben.

Beim Verein machte sich Erleichterung breit. "Mit der Zusage der Kommune kann jetzt unser Antrag auf Förderung weiterbearbeitet werden", erklärte Vereinschef Mike Leye am Rande der Sitzung. Die durch die Pandemie ausgefallenen Sitzungen in der jüngsten Vergangenheit hätte man mit Sorge registriert. Aus Sicht der Sportler war es sehr wichtig, dass die Räte dem Zuschuss zugestimmt hatten. Denn weder Landkreis noch Sächsische Aufbaubank hätten dem Antrag auf Fördermittel ohne den erhöhten Anteil der Kommune zugestimmt.

Das Geld, das nun dem Fußballplatz zugute kommt, war ursprünglich für das Teich- und Anlagenfest Ende August gedacht. Das Volksfest fällt aber aufgrund der Coronapandemie in diesem Jahr aus. Teichfest-Organisator und Stadtrat Harald Hofmann (Freie Wähler) freute sich dennoch für die Sportler. "Klar tut es weh, das Fest ausfallen lassen zu müssen, aber es ist eine Tatsache, mit der man leben muss. Wie eben mit etlichen anderen Einschränkungen auch." Er sehe das pragmatisch. Denn so würde es wenigstens am Sportplatz mit der Sanierung weitergehen.

Der Rasenplatz des Geringswalder Fußballclubs SV 94 kann nach der Sanierung nur zuverlässig über eine sogenannte Unterflurbewässerung mit unterirdisch verlegtem Rohrsystem und daran angeschlossenen Regnern und Sprühdüsen bewässert werden. Dazu gehört neben dem Bewässerungssystem auch der Bau eines Brunnens, einer Zisterne sowie eines Maulwurfschutzes. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 90.000 Euro.

Hätte die Kommune ihren Anteil nicht aufgestockt, hätte der Fußballclub seinen Spielbetrieb in absehbarer Zeit einstellen müssen. Der Rasenplatz war in desolatem Zustand. Und ist es immer noch. "Wir haben uns in den vergangenen zwei Jahrzehnten abgestrampelt, um das Feld bespielbar zu halten", sagte Trainer Toni Vogel unlängst. So wurde auf der Fläche Sand aufgebracht, der Rasen vertikutiert, frisch eingesät und eine Walze ausgeliehen, um den Boden eben zu bekommen. Trotzdem sei es vorgekommen, dass Gastmannschaften auf die Sicherheit verwiesen und sich geweigert hätten, den Platz zu bespielen. Doch der Betrieb sollte unbedingt am Laufen gehalten werden. "Bei uns trainieren immerhin über 50 Kinder und Jugendliche, und die Männermannschaft spielt inzwischen in der Kreisoberliga." Dadurch würden Teams nach Geringswalde kommen, die richtig guten Fußball spielten. Und vom heimischen Platz bessere Verhältnisse gewöhnt seien.

Wann die Sanierung des Platzes startet, ist laut Verein allerdings momentan ungewiss. Jugendleiter Andreas Mehnert hofft, dass der Ball vorher schon bald wieder rollen kann. "Sobald die Stadt unser Trainings- und Hygienekonzept akzeptiert, kann es losgehen." Das könnte im Idealfall schon nächste Woche sein.

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