Das lange Warten auf das schnelle Internet

In Königshain-Wiederau wurde das Netz ausgebaut. Doch kein Bürger hat einen neuen Anschluss. Obwohl das Ende 2017 der Fall sein sollte.

Königshain-Wiederau.

Topfseifersdorf, Königshain und Wiederau sind im vergangenen Jahr in Regie der Firma Inexio fit gemacht worden für das schnelle Internet. Laut Bauamtsleiter Rico Anker wurden Leerrohre verlegt und in diese Glasfaserkabel geschoben. Auch die Verteiler stehen. "Trotzdem ist noch kein Bewohner der drei Ortsteile angeschlossen. Die Beschwerden häufen sich", so Anker. Denn eigentlich sollte der Netzausbau Ende 2017 abgeschlossen sein und Internet mit Übertragungsraten bis zu 100 Mbit pro Sekunde zur Verfügung stehen.

Darauf wartet unter anderem Mike Dietze aus Wiederau. Schon Mitte vergangenen Jahres hat er einen Vertrag für das schnelle Internet abgeschlossen. Jetzt ist er sauer, denn sein PC lahmt noch immer. Dietze ist Informatiker und braucht das Internet, weil er oft auch von zu Hause aus arbeitet. Aber zum einen sei das Internet dort zu langsam, zum anderen reiche das Datenvolumen nicht aus. "Bei Nachfragen wird man nur hingehalten. Erst wurde von Monat zu Monat vertröstet, jetzt sind die Zeiträume größer geworden. Zuletzt hieß es Ende August, dass es nun im Oktober so weit sein wird", sagt Dietze.

Vor lauter Ärger wollte er seinen Vertrag schon kündigen. Das hätten auch andere schon versucht. "Ohne Erfolg, alle erhielten das gleiche Schreiben", so Dietze. Eine Kündigung könne nicht akzeptiert werden, weil die Widerrufsfrist vergangen sei. Dietze: "Das ist eine Zumutung und grenzt an Unseriosität."

Thomas Schommer, Unternehmenssprecher von Inexio, bestätigt den Verzug. Der Ausbau bis zur Straßenkante sei erledigt, das Netz stehe also, sagte er bereits Ende Februar. Damals fehlte jedoch die Anbindung an die "Außenwelt". Während der Bauausführung habe sich herausgestellt, dass das erstellte Ortsnetz nicht wie geplant an eine überregionale Trasse angeschlossen werden kann. Doch er habe eine positive Nachricht: "Die Kopplung an die überregionale Trasse ist Mitte September erfolgt, sodass wir das Netz bis Ende Oktober spätestens in Betrieb nehmen können". Hintergrund der langen Verzögerung sei, dass Baukapazität auf dem Markt knapp gewesen seien. "Daher konnte die Kopplung zu unserem Vorlieferanten jetzt erst erfolgen. Unser Fehler, das räume ich ein, war, dass wir unsere Kunden nicht zwischenzeitlich informiert haben." Dafür, ebenso wie für die Verzögerung an sich, spreche er sein Bedauern aus. "Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck an den letzten Freigabeschritten, damit wir den Kunden schnellstmöglich moderne und leistungsfähige Telekommunikationsanschlüsse bereitstellen können", erklärt Thomas Schommer.

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