Datenautobahn braucht noch Zeit

Bis 2024 soll Mittelsachsen mit schnellem Internet versorgt sein. Derzeit entsteht eine interaktive Karte. Sie soll zeigen, wo Breitbandanschlüsse bereits existieren und wo sie noch kommen.

Rochlitz.

Oft genug "stottert" der Film, der sich gerade aus dem Internet auf den Fernseher lädt. Oft genug baut sich der Anhang einer E-Mail nur sehr langsam auf. Oft genug auch lassen sich große Bilddateien nur in mehreren Mails verschicken. All diese Probleme plagen private wie gewerbliche Internetnutzer in Mittelsachsen derzeit. Dennoch ist die Hoffnung groß, dass der vielerorts laufende Netzausbau schnell vorangeht und bald jeder seine schnelle Datenautobahn erhält.

In Mittelsachsen, so heißt es aus der Kreisverwaltung, soll der Breitbandausbau zwischen 2020 und 2024 flächendeckend erfolgen - und das prinzipiell auf Glasfaserbasis. Förderfähig seien alle Anschlüsse, die bisher 30 Mbit pro Sekunde nicht erreichen. Mit der neuen Technologie seien Geschwindigkeiten je Anschluss technisch bis mindestens 1 GBit (entspricht 1024 Mbit) pro Sekunde möglich. Seit einem Jahr koordiniert Mattias Borm im Referat Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Landkreises den Ausbau des schnellen Internets in Mittelsachsen. Sein Job: die Kommunen zu vernetzen sowie mit sogenannten Clusterprojekten jenen Städten und Gemeinden unter die Arme zu greifen, "die keine beziehungsweise keine wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit haben, ein erfolgreiches Einzelprojekt durchzuführen", sagt er. Damit verfolge der Landkreis die Strategie, beim flächendeckenden Breitbandausbau im Kreisgebiet sowohl die eigenständigen Projekte der Städte und Gemeinden als auch die kreisgeleiteten zu unterstützen.


Drei solcher Cluster wurden inzwischen gebildet. So sind im Cluster A die Kommunen Burgstädt, Claußnitz, Hartmannsdorf, Königshain-Wiederau, Lunzenau, Mühlau, Taura integriert. Rund 1300 Breitbandanschlüsse mit einem Kostenumfang von knapp 18 Millionen Euro sollen entstehen. Nach der Ausschreibung der Arbeiten ist laut Landkreis die Auftragsvergabe für März 2020 vorgesehen.

Für das Cluster B in der Region Döbeln - es umfasst Döbeln mit Mochau, Kriebstein, Leisnig, Roßwein, Waldheim, Zschaitz-Ottewig einschließlich 27 Schulen und Krankenhäuser - ist laut Landkreis die Finanzierung gesichert. Die Mittel für den Ausbau seien bewilligt. Man rechne mit Geld für die knapp 2800 Anschlüsse, weitere 1,4 Millionen Euro kämen für die Schulen und Krankenhäuser hinzu.

Das größte Projekt betreut der Landkreis demnach mit dem Cluster C. Darin sind die 14 Kommunen Altmittweida, Bobritzsch-Hilbersdorf, Flöha, Frankenberg, Großschirma, Königsfeld, Lichtenau, Mulda, Oberschöna, Reinsberg, Rossau, Weißenborn, Seelitz (Teilgebiet) sowie Rochlitz integriert. Derzeit geht die Kreisverwaltung hier von knapp 5900 förderfähigen Anschlüssen aus, dazu sollen 28 Schulen und Krankenhäuser sowie 20 Gewerbeflächen schnelles Internet erhalten. Insgesamt wird das Ausbauvolumen hier auf bis zu 165 Millionen Euro geschätzt. Wegen des Umfangs müsse dieses Cluster in einzelne Projekte aufgeteilt werden.

Neue Projekte habe der Landkreis für Freiberg und Niederwiesa übernommen. Hierbei gehe es um 41 Schulstandorte und das Freiberger Krankenhaus im Kostenumfang von 2,1 Millionen Euro für den Ausbau. Das Fazit der Kreisverwaltung für 2019 in der Fördermittelakquise: An jedem Werktag akquiriert der Landkreis 1 Million Euro an Fördermitteln für die Versorgung mit dem schnellen Internet.

Um künftig Bürgern und Institutionen einen Überblick zu ermöglichen, wie weit der Ausbau in ihrem Ort, ihrer Straße und sogar in ihrem Grundstück vorangeschritten ist, erstellt der Landkreis eine interaktive Karte. "Die Bürger können dort die für sie wichtigen Fakten abfragen", erklärt Borm. Versucht werde zudem, auch die kommunalen Projekte in die Karte einzubinden. "Wir haben das den Bürgermeistern angeboten", so Borm. Bis zum Jahresende soll die Karte umfangreiche Aussagen bereithalten - und das vor allem darüber, welche kleinen ländlichen Gebiete an die Datenautobahn angeschlossen sind oder, wo der Anschluss mit Fördergeld entsteht.

www.landkreis-mittelsachsen.de/das-amt/projekte/breitband

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    Deluxe
    13.09.2019

    Der Link jedenfalls funktioniert schonmal nicht.
    Und ob bis 2024 wirklich alles geschafft ist? Es gibt gute Gründe, daran zu zweifeln. Denn da sollte schon bis 2018 so manches fertig sein, wovon bis heute nichts zu sehen ist.



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