Dealerin aus Geringswalde bleibt weiter in U-Haft

Junge Frau soll regionale Drogenszene mit Crystal versorgt haben

Chemnitz/Geringswalde.

In Fußfesseln und in Handschellen wird die 32-jährige Geringswalderin, die aktuell in Untersuchungshaft in der JVA Chemnitz einsitzt, am gestrigen Mittwoch in den Saal des Chemnitzer Amtsgerichts geführt. Schon allein das ist Indiz, dass die Vorwürfe schwerwiegend sein müssen. Und in der Tat hat die junge Frau laut Anklage einiges auf dem Kerbholz. Sie soll im großen Stil mit Methamphetamin, das in der Szene nur Crystal, Meth oder Ice heißt, gedealt haben.

Konkret werden der Restaurantfachfrau von der Staatsanwaltschaft mehrere Geschäfte mit einer Mittweidaerin, Jahrgang 1984, zur Last gelegt. Ab April 2019 soll die Geringswalderin der anderen sechsmal jeweils zehn Gramm verkauft haben. Preis pro Gramm: zehn Euro. In Summe wechselten also 3000 Euro den Besitzer. Längst hat die Mittweidaerin dafür ihre Strafe erhalten. Das Döbelner Amtsgericht verurteilte sie im Sommer vorigen Jahres wegen Drogenhandels in mehreren Fällen zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten - ausgesetzt zur Bewährung. Ihre damalige Aussage führte nun zur Anklage gegen die Geringswalderin; aber nicht nur.

Denn die 32-jährige mutmaßliche Drogenhändlerin flog Ende Juni vorigen Jahrs bei einer Verkehrskontrolle in Geringswalde auf. Bereitschaftspolizisten entdeckten bei ihr unter anderem 3,6 Gramm Crystal in zwei Röhrchen sowie Bargeld in szenetypischer Stückelung. Als Polizisten kurz darauf ihre Wohnung durchsuchten, stellten die Beamten weitere Drogen sicher, darunter 11,5 Gramm Crystal und 8 Gramm Cannabis.

Am Mittwochmorgen soll eigentlich die Mittweidaerin als Zeugin gehört werden, doch sie fehlt unentschuldigt. Daher verliest der Staatsanwalt lediglich die Anklageschrift. Die Geringswalderin indes schweigt zu den Vorwürfen. Ein Satz von Richterin Jaqueline Neubert verdeutlicht aber, was die weiteren Verhandlungstage zutage fördern könnten: Tiefe Einblicke in die Geschäftswelt von Drogensüchtigen. "In der Szene Döbeln, Hainichen und Geringswalde stecken wir als Schöffengericht tief drin", sagt Neubert einmal. Denn am Chemnitzer Amtsgericht wird regelmäßig gegen Bekannte der Geringswalderin verhandelt. Der Prozess endet, wie er angefangen hat. Die 32-Jährige wird in Fußfesseln und Handschellen zur JVA gebracht. In wenigen Wochen wird die Verhandlung fortgesetzt. Schöffengericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung wollen dann sieben Zeugen zum Geschehen befragen.

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