Deko mit Tannenreisig aus dem Garten

Bei Familie Ahnert in Erlau feiern drei Generationen zusammen das Weihnachtsfest.

Erlau.

Basteln und kreatives Gestalten gehören bei Gisela Ahnert fast zum Alltag, aber in der Weihnachtszeit läuft die Seniorin zu Höchstform auf. "Oberste Prämisse für mich ist die Verwendung von Naturmaterial, das auch auf natürliche Weise wieder zerfällt. So binde ich unter anderem Sterne aus Hanfstengeln, forme Mooskugeln und verwende Tannenreisig und Zweige aus dem Garten", erläutert Gisela Ahnert während sie in ihrer Küche das Mittagessen für die gesamte Familie kocht. Denn in dem Bauernhof wohnen mehrere Generationen zusammen. So ist es nicht verwunderlich, dass alle zusammen das Weihnachtsfest verbringen.

Bis sie allerdings gemütlich unterm Tannenbaum bei Sohn Markus sitzen und ihre Geschenke auspacken können, geht es noch etwas hektisch zu in der Großfamilie Ahnert. Oma Gisela singt schon seit ewigen Zeiten im Kirchenchor, und der hat natürlich am Heiligabend Auftritt. "Wir singen bei zwei Gottesdiensten erst in Schweikershain, danach in Erlau. An einem Feiertag begleiten wir außerdem den weihnachtlichen Gottesdienst", berichtet die 65-jährige Seniorin.

Bei Schwiegertochter Jana Ahnert ist es zumindest zum Weihnachtsfest etwas ruhiger. "Ich muss nur dafür sorgen, dass meine Tochter und beide Söhne pünktlich in der Kirche sind und alle Utensilien für das Krippenspiel mit haben, bei dem sie mitspielen. Dann nehme ich als Zuschauerin in der Kirche Platz", erzählt sie.

"Auch ich habe zu Weihnachten mal frei, bin nur Mitgeher und genieße das Krippenspiel und den Chorgesang", berichtet Wolfgang Ahnert, der jahrelang der Erlauer Bürgermeister war. Wegen diesen Verpflichtungen hat der Familienrat vor ein paar Jahren beschlossen, den traditionellen Kartoffelsalat mit Wienern am Heiligabend vom Speiseplan zu streichen. "Es werden stattdessen viele Ragout-fin-Schalen vorbereitet, das lassen wir uns dann schmecken und dazu auch noch andere Köstlichkeiten wie hauseigene Wurst und Salate", erzählt Gisela Ahnert. Dann zieht Ruhe ein, besinnlich wird es durch gemeinsames Singen. Die Kinder Moritz, Julius und Marlene spielen auf dem Klavier und der Flöte. Erst dann gibt es die Geschenke. Dabei zählt nicht der materielle Wert. "Wir denken uns jedes Mal etwas Tolles aus, um den anderen eine Freude zu machen. So verschenke ich gern Konzertkarten und freue mich selbst über feine Unterwäsche, die meist meine Schwiegermutti versorgt", berichtet Jana Ahnert. Und alle freuen sich auf die handgestrickten Sachen der Oma, die schon lange fleißig an ganz besonderen Strümpfen strickt.

Auch das Festessen am Feiertag mit Gänsebraten, Klößen und Rotkohl wird von Oma Gisela zubereitet. "Das war auch früher so, als meine Eltern noch lebten, das Essenkochen war schon immer Muttersache", sagt Wolfgang Ahnert und kann sich auch noch gut daran erinnern, als er mit dem Handwagen oder Schlitten vor Weihnachten los zog, um die fertigen Stollen vom Bäcker abzuholen. "Die Backzutaten wie Zitronat und bittere Mandeln waren immer schwierig zu besorgen, aber es hat immer irgendwie geklappt. Und ich musste aufpassen, dass beim Abholen kein Stollen zerbrach, das hätte Unglück gebracht", erzählt der 69-Jährige. Bis zu 15 Stück wurden gebacken und bis zur Fastenzeit verspeist.

Pünktlich am 1. Advent wurden die Schwibbögen in allen Fenstern des Bauernhofes angeknipst, und die gesamte Dekoration stand. Die Vögel bekommen selbst gefertigte Futterkränze. "Unser Wunsch für das Weihnachtsfest und das kommende Jahr ist, dass alle gesund bleiben und wir uns weiterhin gut vertragen", sagt Gisela Ahnert, die nun seit mehr als 40 Jahren auf dem Hof das Weihnachtsfest verbringt.

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