Denkmäler erinnern an Kriegstote

In Sörnzig ist ein Stein saniert worden, der die Namen von vier gefallenen Soldaten trägt. Auch andernorts wird Geschichte bewahrt. Von Wechselburg über Erlau bis Penig kümmern sich Engagierte um den Erhalt.

Sörnzig/Milkau.

Auf den Tag genau vor 102 Jahren fiel der Sörnziger Paul Fichtner im Ersten Weltkrieg. So ist es auf einem Porphyrdenkmal vermerkt, das im Seelitzer Ortsteil neu aufgestellt wurde. Die Namen von drei weiteren Sörnzigern stehen auf dem Stein. Auch sie kamen nicht lebend aus dem Krieg zurück.

Die Gemeinde hat das Denkmal vor kurzem restaurieren lassen. Zum einen handele es sich um ein für die Region repräsentatives Denkmal, aus dem sie prägenden Porphyr, sagt der Seelitzer Bürgermeister Thomas Oertel. Zum anderen sei da der historische Bezug, dass der Erste Weltkrieg vor 100 Jahren endete. "Angesichts der aktuellen Entwicklung sehe ich die Notwendigkeit, sich verstärkt mit der Geschichte unseres Landes sowie der beiden Weltkriege und ihrer Folgen auseinanderzusetzen", begründet Oertel, warum ihm daran lag, dass das Denkmal wieder hergerichtet wird.

Eingeweiht wurde es 1933 am Südausgang von Sörnzig. Zunächst wurde es gepflegt, dann der Natur überlassen, war zuletzt von Efeu überwuchert, der zudem den Stein angriff. Beim Straßenbau an der Straße Am Ring vor zwei Jahren ließ die Gemeinde das Denkmal bergen. In einer Steinmetzwerkstatt wurde es saniert.

Vor kurzem wurde der Stein am neuen Ort, neben dem ehemaligen Armenhaus aufgestellt. Der Bauhof und Einwohner gestalteten zudem den Platz, der nun das laut Oertel touristisch stark frequentierte Dorf aufwerte.

Unter anderem wurden der Eingang eines Bergkellers stabilisiert und eine alte Mauer entfernt. Die Kosten für die Gemeinde zur Restaurierung des Steins seien noch nicht beziffert. Eine Familie aus dem Dorf habe sich bereit erklärt, das Areal zu pflegen. Weitere Denkmäler, die an getötete Soldaten erinnern, gibt es auf dem Friedhof und im Ortsteil Döhlen.

In Wechselburg erinnert unter anderem eine Stele auf dem Marktplatz an Gefallene des Ersten Weltkrieges. Sie wird von der Evangelischen Kirche gepflegt. Um ein Soldatengrab mit Getöteten des Zweiten Weltkriegs auf dem Friedhof kümmert sich der Heimatverein. Er wird hier zum Volkstrauertag am 18.November einen Kranz niederlegen. Warum setzt sich der Verein ein? "Um die Erinnerung an das Kriegsleid aufrecht zu erhalten. Dass die Menschen, die heute dort vorbeigehen, sehen, wie verwerflich es ist, einander umzubringen", sagt Peter Sieber vom Vorstand.

Der Verein hat auch ein Feldgrab zwischen Wechselburg und der ehemaligen Papierfabrik Göritzhain, im Chemnitztal, wieder hergerichtet. Hier soll ein unbekannter Soldat im April 1945 erschossen worden sein. Ein Burgstädter pflegt das Grab.

Fünf Gräber für Gefallene des Zweiten Weltkrieges gibt es auch auf dem Milkauer Friedhof. Der örtliche Heimatverein hat hier neue Holzkreuze anfertigen lassen. Vor dem Totensonntag sollen sie aufgestellt werden, sagt Berit Wittke vom Verein. Viele Spenden seien für das Projekt eingegangen - so viele, dass es reiche, auch die umliegende Anlage unter anderem mit neuer Bepflanzung zu erneuern. Spätestens im Frühjahr soll das erfolgen.

Zahlreiche Denkmäler, darunter viele der Region, führt die Internetseite www.denkmalprojekt.org auf, mit Fotos der Stätten und Namen der Toten. Der Betreiber der Seite hat seinen Sitz laut Impressum in den USA. Die Daten seien von Freiwilligen zusammengestellt, heißt es. Ziel sei es, die Inschriften der Allgemeinheit, besonders Ahnenforschern, zugänglich zu machen.

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