Der Liebe wegen in die Kleinstadt

Mein Rochlitz: Knapp 500 Kilometer trennen Natascha Dobos von ihrer alten Heimat Stuttgart. In der Region hat sie nicht nur eine neue gefunden, sondern auch Natur und Historie, die sie begeistern.

Rochlitz.

Die Liebe hat sie erst nach Sachsen und dann nach Rochlitz geführt. Seit 2017 lebt die gebürtige Stuttgarterin Natascha Dobos in der mittelsächsischen Kleinstadt. Schon nach zwei Jahren fühlt sie sich in ihrem neuen Zuhause fest verwurzelt. In der Stadt will sie etwas bewegen. Deshalb trifft man sie nicht nur einmal im Monat auf dem Regionalmarkt, sondern auch bei den Treffen der neuen parteiunabhängigen Gruppe im Stadtrat "Rochlitz gemeinsam gestalten".

"Ich sehe das Potenzial von Rochlitz. Die Nähe zur Natur ist ein großes Plus, es gibt in der Stadt hervorragende Schulen und Kitas und in der Region auch gute Arbeitsplätze", sagt die 38-Jährige. Doch es gebe auch einiges zu verbessern. Vor allem die Verkehrsinfrastruktur muss, so sagt die Rochlitzerin, ausgebaut werden. "Wir brauchen eine bessere Anbindung an das Bus- und Bahnnetz." Auch bei der in der Stadt verfügbaren Internetanbindung gebe es noch Verbesserungsbedarf. "Gut, dass derzeit das Breitbandnetz ausgebaut wird. Es gibt junge Familien, die in die Peripherie von Großstädten ziehen wollen. Aber denen müssen Kleinstädte dann auch die passende Infrastruktur bieten. Nur mit schnellem Internet ist es beispielsweise möglich, von zu Hause aus zu arbeiten, um eben nicht jeden Tag weite Fahrten ins Büro machen zu müssen", sagt Natascha Dobos.


Das Leben in der Großstadt hat sie nach ihrer Kindheit in Stuttgart in Leipzig ausprobiert. Dorthin zog es sie nach einer Zwischenstation in der Schweiz. "Ich hatte in Heidelberg eine Ausbildung zur Restaurantmeisterin gemacht und habe danach in der Schweiz gearbeitet. Dort habe ich jemanden aus Leipzig kennengelernt und bin zu ihm gezogen", berichtet die 38-Jährige. Doch obwohl die Beziehung nicht hielt, blieb sie in Sachsen, weil sie sich in der Region wohlgefühlt habe. "Aber Leipzig ist dann eben doch eine Großstadt, und es war mir dort nicht grün genug. Denn ich bin sehr naturverbunden."

In Leipzig lernte Natascha Dobos bei der Arbeit in der Gastronomie ihren heutigen Lebenspartner kennen. "Ende 2016 war ich das erste Mal in Rochlitz zu Besuch und habe mich sofort in die Stadt verliebt", sagt die gebürtige Baden-Württembergerin. Der Grund nach Rochlitz zu ziehen, war für sie und ihren Lebensgefährten die Nähe zu Familie und Natur. Doch neben der Natur begeistere sie vor allem das kulturelle Angebot in und um die Stadt. "Von der Performance zum Stein war ich beeindruckt. Das ist wirklich toll. Und auch mit dem Schloss kann Rochlitz punkten."

Das Schloss mit seiner Geschichte ist für die Neu-Rochlitzerin ein besonderer Anziehungspunkt, denn die Beschäftigung mit Geschichte nimmt einen Großteil ihrer Freizeit ein. "Das ist seit 20 Jahren mein Hobby." Teilweise hat sie das vor einiger Zeit auch zum Beruf gemacht. Denn auf dem Rochlitzer Regionalmarkt verkauft sie regelmäßig gemeinsam mit ihrem Freund Produkte, die sie nach alten Handwerkstechniken gefertigt haben. Neben Knochenschnitzereien und pflanzengefärbter Wolle bietet sie Arbeiten an, die beim Nadelbinden entstanden sind. "Das ist eine historische Handarbeit ähnlich dem Häkeln", sagt Natascha Dobos.

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