Der Macher zieht sich zurück und macht Jüngeren Platz

Hans-Hermann Strobel war viele Jahre Bauamtsleiter in Penig. Zum Jahresende will der 74-Jährige nun auch den Vorsitz des Fördervereins "für eine attraktivere Stadt" aufgeben. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.

Penig.

Wenn Hans-Hermann Strobel über Penig erzählt, dann muss sein Gegenüber mitunter schon sehr viel Zeit mitbringen. Denn erlebt hat er einiges in all den Jahren. Als er 1995 Bauamtsleiter in Penig wurde, machte er auf wichtigen Baustellen sogar früh und abends Kontrollgänge, um auf die Einhaltung des Zeitplans zu drängen. Bei den Bauberatungen blieb er hartnäckig, forderte Qualität.

Als er 2007 aus dem Arbeitsleben ausschied, übernahm er 2009 den Vorsitz des Fördervereins "für eine attraktivere Stadt", weil er sich sagte: "Ich interessiere mich für Kommunalpolitik, kann einfach nicht von dieser Stadt lassen." Doch nach einem dramatischen gesundheitlichen Rückschlag, bei dem er es glücklichen Umständen zu verdanken hat, dass er noch am Leben ist, hat er nun bekanntgegeben: "Ich höre zum Jahresende auf. Es müssen jüngere Leute ran."

Wenn er überlegt, wo er und seine Vereinsmitglieder in den vergangenen Jahren Spuren in Penig und den Ortsteilen hinterlassen haben, dann wird die Liste der Aufzählung lang. Angetreten war der Förderverein, der heute 16 meist betagte Mitglieder zählt, um die Bürger schon vor den Stadtratsbeschlüssen in Entscheidungen einzubeziehen. Aus der damaligen Idee heraus, einen Sanierungsbeirat zu bilden, gründeten neun Peniger 1996 den Förderverein. Seither hat er in der Stadt einiges bewegt.

So fand in diesem Jahr bereits zum 16. Mal der Fassadenschmuckwettbewerb statt. Zu den jährlichen Tagen des offenen Denkmals organisierte der Verein Führungen, gestaltete jährlich den Weihnachtsmarkt mit. Gesprächsrunden mit dem Bürgermeister wurden organisiert, es gab Skatturniere und Bowlingabende mit den Partnern der Vereinsmitglieder.

Für die Geschädigten der Hochwasserereignisse 2002 und 2013 wurden Spendenaktionen ins Leben gerufen. Der Verein beteiligte sich an der Begrünung des Spielplatzes am Rathaus, an den Flohmärkten der Stadt, organisierte Betriebsbesichtigungen bei ortsansässigen Firmen und arbeitet auch heute noch mit anderen Vereinen wie dem Gewerbe-, Köbe- und Feuerwehrverein eng zusammen.

Wenn sich Hans-Hermann Strobel, der in Burgstädt aufwuchs und seit 1971 in Penig wohnt, bei Reisen andere Städte anschaut, dann hat er sich, wie er sagt, "einen ganz besonderen Blick erarbeitet. Ich bewerte eine Stadt nach ihrer Sauberkeit", sagt er. Daran könne man messen, wie die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Stadtrat und den Bürgern funktioniert. Überhaupt ist er der Meinung, dass die Bürger auch selbst etwas für ihre Stadt tun müssen, wenn sie funktionieren soll. Demnach müsste es selbstverständlich sein, dass beispielsweise die Schnittgerinne vor dem Haus mit gesäubert werden und nicht immer gleich nach der Stadt gerufen wird. Hier gebe es auch in Penig noch einiges zu tun, meint Strobel.

"Manche Bürger haben ständig nur zu meckern. Doch die anderthalbe Stunde, um sich bei den Stadtratssitzungen zu informieren, die finden sie nicht", ist Strobel sauer. Der Förderverein habe nicht nur zugeschaut, sondern vieles mit bewegt. Das könne Strobel heute mit Zufriedenheit sagen. Und das soll auch so bleiben. Aktuell plant der Verein die Übergabe von zwei Laufrädern an die Mädchen und Jungen der neugebauten Kita "Abenteuerland" anlässlich der Eröffnung am 3.November.

"Wenn sich jemand so viele Jahre an die Spitze stellt, dann ist das sehr zu würdigen", sagt Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU). Der Förderverein habe viele Dinge aufgegriffen, die die Stadt hätte nicht leisten können.


Große Projekte - wofür sich der Förderverein seit seinem Bestehen in Penig stark gemacht hat

Anstrahlen der Alt-Peniger Kirche, Sanierung des schmiedeeisernen Friedhofstors, Ausstattung der Spielplätze Arnsdorf und "Köbe" mit Spielgeräten, Anstrahlung der Stadtkirche, Spielgeräte für die Kindergärten Chemnitzer Straße in Penig, "Zwergenland" in Langenleuba-Oberhain und "Weltentdecker" in Penig, finanzielle Unterstützung der Rekonstruktion der Kirchen-Bilderdecke und des Kirchendachs, Auflegung des präventiven Kinderschutzprogramms "nicht mit mir", Instandsetzung der alten Trafostation an der Friedhofsmauer, Pflege der Grünfläche neben dem Rathaus.

Erneuerung des Tierbestandes im Naturpark "Köbe", Erarbeitung und Aufstellung einer Radwanderkarte "Rund um Penig", komplette Dacherneuerung einschließlich aller Holz- und Spenglerarbeiten am Torhaus Chemnitzer Straße, denkmalgerechte Sanierung und Instandsetzung des Bruchsteinmauerwerks am Torhaus, Sanierung des Schlusssteins an der Straßenseite des Torbogens, Finanzierung und Aufstellen einer Sitzgruppe im Ortsteil Arnsdorf, Restaurierung und Instandsetzung des Förster-Flügels im Ratssaal des Rathauses und das Pflanzen einer Winterlinde anlässlich des Luther-Jahres. (ule)

www.penig.de

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