"Deutlich mehr Sperrungen als im Vorjahr"

Die Burgstädter Bauamts-Chefin spricht über die Vielzahl von nicht passierbaren Straßen, Baustopps und den Anstieg der Preise

Burgstädt.

Burgstädter und Besucher stöhnen unter den vielen Baustellen und Umleitungen. Darüber sprach Bettina Junge mit Bauamtsleiterin Annette Horn.

Gibt es zurzeit mehr Sperrungen als im Vorjahr?

Ja, deutlich mehr. Zurzeit laufen vier Tiefbaumaßnahmen der Stadt, eine des Landkreises in Mohsdorf und mehrere Vorhaben der Versorgungsträger RZV und Mitnetz.

Oftmals verzögern sich Bauarbeiten. Ich denke an Baustopps am Uferweg und Göppersdorfer Straße. War das zu verhindern?

Ich kann nicht bestätigen, dass sich viele Bauarbeiten verzögern. Bei den meisten Baumaßnahmen liegen wir im Plan. Allerdings kam es bei den genannten Vorhaben teilweise zu enormen Verzögerungen, wobei einige sicher zu verhindern waren, andere jedoch nicht. Große Auswirkungen hatten insbesondere die Starkregenfälle im Frühjahr und im Juli und August.

Auf welche Winterbaustellen und gesperrten Straßen müssen sich die Burgstädter schon jetzt einstellen?

Gesperrte Straßen haben wir zurzeit in den Baustellen der Hochwasserschadensbeseitigung. Dazu gehören Abschnitte der Burkersdorfer Straße unterhalb der Brücke Mühlenweg und der Göppersdorfer Straße zwischen Plantagenstraße und Feldstraße sowie der Uferweg komplett. Weiterhin gesperrt bleibt die Gustav-Wolf-Straße.

Im Stadtrat wurde angesprochen, dass es viele Nachträge gibt und damit eine Verteuerung. Kennen Sie die Gründe?

Nachträge wird es im Baugeschehen immer wieder geben, insbesondere wenn es sich um Bauen im Bestand handelt. Dabei sind Maßnahmen im Tief- und Straßenbau besonders betroffen als im Hochbau, da es dort schwieriger ist, den Bestand ausreichend genau aufzunehmen.

Als Grund wurde auch eine schlechte Arbeit der Planungsbüros genannt. Was sagen Sie dazu?

Die Qualität der Planung ist in jedem Falle entscheidend dafür, ob es in der Bauausführung Nachträge gibt oder nicht. Allerdings kann selbst bei einer guten Planung nicht jedes Detail im Vorfeld erkannt werden. Die Stadt Burgstädt arbeitet mit mehreren sehr guten und erfahrenen Planungsbüros zusammen.

Der Bau-Industrieverband kritisiert, dass Politiker bewusst Bauarbeiten billiger ansetzen, damit sie in den Gremien durchgewunken werden. Später stellt sich heraus, dass das zu dem Preis nicht zu machen ist. Können Sie das bestätigen?

Jede Firma muss bei einer Ausschreibung ihre Preise auskömmlich kalkulieren. Dabei kommt es immer wieder zu mehr oder weniger großen Preisunterschieden. Das wirtschaftlichste, nicht das billigste Angebot erhält den Zuschlag. So ist es vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Mit einem "Durchwinken" hat das nichts zu tun.

Wird es nächstes Jahr wieder so viele Baustellen geben?

Auch im Jahr 2017 sind wieder umfangreiche Baumaßnahmen geplant. Im Tief- und Straßenbau geht es in erster Linie um die Fortsetzung der Maßnahmen der Hochwasserschadensbeseitigung, aber auch um Straßenbaumaßnahmen an der Gustav-Wolf-Straße, der Göppersdorfer Straße und an der Beethovenstraße.

Sind jetzt alle Straßen in Burgstädt saniert?

Nein. Im Straßenbau gibt es noch einiges zu tun, sodass uns die Straßeninstandsetzung noch etliche Jahre beschäftigen wird. Ich denke vor allem an die Göppersdorfer Straße zwischen Ortsausgang Hartmannsdorf und Chemnitzer Straße, die Chursdorfer und die Heiersdorfer Straße, aber auch an die Kantstraße, Beethovenstraße und Hainstraße. Mit einem verbesserten Förderprogramm werden die Kommunen in die Lage versetzt, auch für untergeordnete, so kleinere Straßen Geld zu beantragen. Allerdings ist dazu immer ein entsprechender Eigenanteil, meist in Höhe von 30 Prozent, erforderlich. Die Stadt wird in den nächsten vier Jahren einige wichtige Straßenbauvorhaben in Angriff nehmen, wenn die entsprechenden Fördermittel dafür bewilligt werden.

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