Die "Goldene Aussicht" ist getrübt

Die Kleingartenanlage im Königshain-Wiederauer Ortsteil Stein gibt Teile ihres Areals an die Gemeinde zurück. Denn dem Verein fehlen Mitglieder.

Stein.

Mit ehemals 22 Mitgliedern hat die "Goldene Aussicht" noch nie zu den großen Gartenvereinen in der Region gezählt. Aber der Name der 1932 gegründeten Anlage ist Programm. Von den höher gelegenen Parzellen aus überblickt man einerseits Wechselburg und Rochlitz, auf der anderen Seite Taura und Burgstädt. Aber die Aussichten für die Zukunft des Vereins sind trüb.

Aufgrund leer stehender Parzellen und der Altersstruktur der Mitglieder wird der Verein sich verkleinern und Pachtfläche an die Gemeinde Königshain-Wiederau zurückgeben. Die Gemeinde will die Areale verkaufen.


"Auch mit größter Anstrengung ist nicht an neue Mitglieder zu kommen. Die meisten Leute im Ort haben ein Eigenheim und selbst Grundbesitz. Da braucht keiner mehr einen Kleingarten", sagt Josef Mauser. Er ist seit rund zwölf Jahren Vorsitzender des Gartenvereins. Zudem habe sich auch die Einstellung zum Kleingärtnern geändert. Es sei nicht mehr jeder bereit, viel Arbeit in die Parzelle zu investieren. Einige leer stehende Gärten sowie auch Hecken und Wege habe Mauser bislang gemeinsam mit seiner Frau gepflegt. "Wir haben viel Arbeit investiert, natürlich gibt man das nicht gern auf." Die Ausschreibung zum Verkauf der Fläche geschah aber auf Wunsch des Vereins. Man könne die Bewirtschaftung mit den verbleibenden Mitgliedern einfach nicht mehr leisten, erklärt Mauser. Zehn Mitglieder von ehemals 22 habe die Gartenanlage noch. Die jüngsten Mitglieder seien um die 50 Jahre, die ältesten über 80. Zwei davon werden den Verein demnächst verlassen, zum Teil aus Altersgründen. Ihre Gärten liegen auf der zum Verkauf stehenden Fläche. Die restlichen Parzellen stehen leer und erstrecken sich südlich des Hauptweges auf 3500 Quadratmetern. Auf einer Freifläche steht ein Mehrzweckhaus, oberhalb dieses Gebäudes schließen sich neun Kleingärten mit fünf Gartenlauben an. "Das Mehrzweckgebäude haben wir als Verein kaum noch genutzt, höchstens einmal im Jahr zur Vereinsversammlung", erklärt der Vereinsvorsitzende. Laut Gemeinde, werde der Vertrag eine Klausel enthalten, die den zukünftigen Eigentümer daran bindet, die Gärten abzureißen und die Fläche zu renaturieren. Eine Kostenkalkulation dafür werde beim Verkaufspreis berücksichtigt. Das Mehrzweckgebäude könne auch anderweitig genutzt werden. Ideen dafür habe die benachbarte Kurzzeitpflege, ebenfalls mit dem Namen "Goldene Aussicht", gegenüber dem Verein schon geäußert, sagt Mauser. "Das würde uns freuen, da wir das Gebäude dann gegebenenfalls weiter mitnutzen dürften." Die Fläche ist von der Gemeinde bis zum 24. Juni zum Verkauf ausgeschrieben.

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