Doppelter Brückenschlag am Chemnitztalradweg

Warum Hinweisschilder fehlen, Kreuzungen gefährlich sind und Zufahrten teilweise gesperrt werden müssen

Auerswalde.

Der Abschnitt Wittgensdorf-Markersdorf ist fertiggestellt. Radler, Skater, Wanderer und Spaziergänger nutzen die Strecke. Das bringt auch Probleme. "Freie Presse" beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wer hat Vorfahrt auf dem Chemnitztalradweg?

"Jeder Verkehrsteilnehmer ist zu gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtsamkeit verpflichtet", sagt Günter Hermsdorf, Chef des Zweckverbandes, der den Radweg betreut.

Dürfen Radfahrer nebeneinander fahren?

In der Regel müssen Radfahrer hintereinander fahren, sie dürfen allerdings nebeneinander fahren, wenn der Verkehr nicht behindert wird.

Besonders die Kreuzung bei Doppel-Moppel in Köthensdorf, wo der Radweg auf die Hauptstraße trifft, ist gefährlich. Gibt es da noch Veränderungen?

Die Beschilderung ist durch die Behörden und Polizei abgenommen, sagt Hermsdorf. Ein Schilderwald verbessere die Situation nicht, ergänzt er. Radfahrer haben ein Vorfahrtsschild. Sie müssen dem Querverkehr Vorfahrt gewähren. Autofahrer werden mit einem Schild gewarnt, dass Radfahrer die Straße queren können.

Nach Sturm und Regen liegen Laub, Äste und Dreck auf dem Radweg. Gibt es einen Tourenplan zur Säuberung?

Es gibt noch keinen Tourenplan für die Reinigung, meint Hermsdorf. Aber Geld für die Reinigung und das Freischneiden von Gehölzen sei im Haushalt des Verbandes eingestellt. Das Freischneiden sei nur außerhalb der Vegetationszeit möglich.

Was geschieht, wenn eine akute Gefahr durch Gehölz besteht?

Bei konkreten Gefahrenstellen werde darauf reagiert, fügt Hermsdorf hinzu. Zum Beispiel ist an der Zufahrt zu den Garagen in der Siedlung Chemnitztalstraße in Markersdorf bereits ein Rückschnitt erfolgt.

An der B 107 sind kleine Schilder mit dem Hinweis zum Radweg angebracht. Diese übersieht man. Wann erfolgt generell eine bessere Ausschilderung?

Der Verband hat im September 2016 beschlossen, ein touristisches Konzept zu erarbeiten. Dort muss auch die generelle Ausschilderung geregelt werden. Der Verband hat zur Finanzierung einen Fördermittelantrag gestellt. Die Bewilligungsbehörden prüfen diesen zurzeit. Danach kann das Konzept erarbeitet und schrittweise umgesetzt werden.

Wann werden Hinweise auf Sehenswürdigkeiten, Rad- und Wanderwege, Industriekultur, Gaststätten und andere Ausflugsziele angebracht?

Auch das ist laut Hermsdorf nur durch ein touristisches Konzept möglich. Einen Zeitplan nennt der Verbands-Chef nicht.

Wie soll die Anbindung über die Hängebrücke in den Ort Auerswalde erfolgen?

Bis Ende November 2017 sollen die Hängebrücke über die Chemnitz und die Brücke über den Auerswalder Dorfbach stehen, sagt Nicole Wernicke vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Zurzeit laufen Schweiß- und Beschichtungsarbeiten. Danach können Stahlbetonarbeiten am Überbau beginnen. An der Bachbrücke wird in den kommenden Tagen das Wasser aus provisorischen Rohren in das neue Bachbett geleitet, erläutert Wernicke. Bis Ende September soll die neue Brücke stehen. Anschließend werde das alte Brückengewölbe abgebrochen.

Können Radfahrer dann sicher die B 107 queren, um in die Ortsmitte von Auerswalde zu gelangen?

Der Radweg mit einer Breite von 2,50 Metern wird in Richtung Chemnitz auf einer Länge von 120 Metern bis zu einer bestehenden Zufahrt eines Gewerbegrundstückes in Auerswalde geführt, erläutert Wernicke. Dabei werde zwischen der B 107 und dem Radweg ein 1,25 Meter breiter Sicherheitsstreifen belassen. Der Wegebau vom Abzweig von der Rad-Hauptstrecke bis zum Bauende in Auerswalde erfolge im Herbst 2017, ergänzt sie. An Böschungen werden Rohrgeländer angebracht, heißt es.

Bewohner der Kleingarten- und Wochenendsiedlung Amselgrund befürchten, dass beim Weiterbau in Richtung Diethensdorf ihre Grundstücke nicht mehr mit dem Auto erreichbar sind, weil ein Radweg für Autos gesperrt ist. Stimmt das?

Eine Zufahrt zur Gartenanlage ist dieses Jahr und auch nach Fertigstellung des Radweges gewährleistet, verspricht Verbands-Chef Hermsdorf. Eine Einschränkung erfolge, wenn die Brücke über den Dorfbach saniert wird. Der Termin stehe noch nicht fest. Wahrscheinlich sei das im Jahr 2019. Aktuell werde ab nächste Woche eine Ampel an der Zufahrt aufgestellt, weil Arbeiten an der Baustraße für den Radweg erfolgen.

Trotzdem gibt es Konflikte zwischen Anwohnern und Radfahrern. So erzählen Autofahrer, dass Radfahrer sie im Amselgrund nicht durchlassen, weil sie denken, dass dort der Radweg nur für sie da ist. Gibt es dafür eine Lösung?

In Kürze soll eine Bautafel mit Hinweisen auf die Baustelle am Abzweig Alte Mühe von der Hauptstraße aus aufgestellt werden. Dort wird auf das Ende des Radweges hingewiesen, so Hermsdorf.

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