Ein Ort zum Kraftschöpfen für die Seele

Vor 850 Jahren wurde das Kloster in Wechselburg gegründet. Seit 1993 leben erneut Mönche dort. Eine Erfolgsgeschichte, die jüngst von einer architektonischen Spitzenleistung gekrönt wurde.

Wechselburg.

Mit einem Festgottesdienst ist das 25-jährige Bestehen des Benediktinerklosters in Wechselburg gefeiert worden. "Ich danke Ihnen, dass Sie hier präsent sind und dafür sorgen, dass die Wallfahrt an diesem Ort lebendig ist und bleibt", sagte Bischoff Heinrich Timmerevers an die vier Mönche gerichtet, die heute im Kloster leben. Ebenfalls vier Mönche waren es, die es - gesandt aus dem Mutterkloster in Ettal - 1993 gründeten.

"Im Kloster Ettal gab es nach der Wende viel Nachwuchs und es herrschte die Haltung, dass, wenn in Ostdeutschland Hilfe gebraucht wird, wir diese gewähren werden", erklärt Pater Maurus Kraß, der seit sechs Jahren im Kloster Wechselburg ist und ihm als Prior vorsteht. Man habe sich jedoch nicht aufdrängen wollen. Deshalb sei das Benediktinerkloster in Wechselburg nicht unmittelbar nach der Wende, sondern erst 1993 gegründet worden. "Damit folgten wir einem Wunsch des damaligen Dresdner Bischofs Joachim Reinelt", sagt Pater Maurus.

Ziel sei es gewesen, die Kirche mit geistlichem Leben zu füllen und den Menschen Gastfreundschaft zu bieten an einem Ort, an dem sie Erholung für Leib und Seele sowie innere Kraft für den Alltag finden. "Das wollten wir bewirken und es ist für uns sehr erfreulich, wie gut diese Angebote und Einladungen, unter anderem zu Führungen und Wallfahrten, angenommen werden", sagt der Prior. So sei er noch tief beeindruckt von der Kinderwallfahrt, zu der im Juli rund 1600 Kinder mit ihren Betreuern nach Wechselburg kamen. Zur Bistumswallfahrt werden kommenden Monat 2000 Menschen erwartet. "Aber auch Wallfahrten, bei denen kleine Gruppen nach Wechselburg pilgern, gibt es sehr viele", freut sich der Pater. Für sie und Menschen, die mit einem Besuch im Kloster im Gebet aufgehen oder einfach innehalten wollen, stehen seit diesem Jahr im Torhaus weitere Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Innerhalb von vier Jahren wurde das Gebäude zu Kosten von rund zwei Millionen Euro saniert - mit moderner Einrichtung und dennoch so nah als möglich am historischen Ursprung festhaltend. Entstanden sind acht Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe, ein Klosterladen sowie ein Besucherzentrum mit einer Ausstellung über das Kloster, dessen Errichtung 1168 in diesem Sommer mit der 850-Jahrfeier im Ort Wechselburg groß gefeiert wurde.

Im Außenbereich haben die Mönche unter anderem den Klostergarten geschaffen. Er wurde 2010 eröffnet, wird von Frater Victor betreut und besteht aus zwei Bereichen. Der erste, der Apothekergarten, beruht auf einer Zeichnung aus dem 9. Jahrhundert sowie einem Lehrgedicht aus dem Mittelalter. Der zweite Teil ist als Renaissancegarten angelegt. Letzte Maßnahme war die Innensanierung der Basilika. Sie erhielt einen neuen Anstrich, kleinere Restaurierungsmaßnahmen wurden vorgenommen und der Lettner gereinigt.

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