Ein Schmuckstück führt über die Mulde

Küblers Brücke in Lunzenau ist nach knapp zwei Jahren Bauzeit fertig. Die Sanierung war das größte Vorhaben bei der Beseitigung von Hochwasserschäden in der Stadt. Kosten: rund 1,2 Millionen Euro.

Lunzenau.

Mit einem kleinen Fest, dem Auftritt von Kindergartenkindern, der feierlichen Weihe und Böllerschüssen ist gestern Küblers Brücke nach knapp anderthalb Jahren Bauzeit eröffnet worden. Die Flut hatte vor vier Jahren Widerlager des Bauwerks so unterspült, dass die Brücke instabil wurde und deshalb seit 2014 gesperrt war. "Freie Presse" fasst die wesentlichen Schritte der Sanierung zusammen:

Mai 2015: Die Stadt erhält den Fördermittelbescheid zur Sanierung der Brücke. Dem vorangegangen waren umfangreiche Planungen unter anderem zu wasserrechtlichen und Naturschutzbelangen.

November 2015: Die verschiedenen Arbeiten werden ausgeschrieben und noch in der Dezember-Sitzung des Stadtrates vergeben.

Januar 2016: Mit der Errichtung der Baustraße und einer Plattform für einen schweren Spezialkran beginnt der Bau.

April 2016: Am Stück werden die beiden Brückenbögen vom Kran heruntergehoben und am Ufer zerlegt. Für das zweite Brückenelement muss der Kran den Ausleger 50 Meter in die Höhe ausfahren.

Mai 2016: Das zerstörte östliche Widerlager wird abgebrochen und erneuert, der Mittelpfeiler repariert und dem neuen Überbau angepasst. Die Arbeiten dauern bis Ende August an.

Januar 2017: Ein über 40 Meter hoher Kran legt am 20. Januar die beiden 30 Tonnen schweren und 30 Meter langen Brückenelemente über die Mulde. Sie waren bereits komplett montiert, in der Nacht zuvor mit zwei Tiefladern angeliefert worden.

April 2017: Beide Widerlager sind fertig betoniert, und die Rampen, die den Anschluss an den vorhandenen Weg bilden, werden hergestellt.

Mai/Juni 2017: Die Kranfundamente werden abgebaut und die Zufahrtsstraße, die während des Baus durch schwere Technik stark befahren war und dadurch gelitten hatte, repariert und teilweise auch verbreitert.

22. Juni 2017: Im Beisein von Jörg Höllmüller, Vertreter des Landkreises, dem Leiter der Stabsstelle für die Koordinierung des Wiederaufbaus nach der Flut, Christian Weßling, Vertretern von Baufirmen, des Stadtrates sowie Pfarrer Gert Flessing erfolgen Weihe und Eröffnung. "Ich freue mich, dass wir am Ziel sind und danke allen Beteiligten von Planern bis Fördermittelgebern, ohne die der Bau nicht möglich gewesen wäre. Die Brücke ist ein Schmuckstück geworden", sagte Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU). Gelegen am Muldetalweg, könne sie nun wieder von Wanderern und Radfahrern genutzt werden.


Königspaar erster Namensgeber

Am 13. Juli 1889 wurde die Brücke feierlich geweiht und zu Ehren des sächsischen Königspaares August- Johanna-Brücke genannt.

Der Name hat sich jedoch nie durchgesetzt, und seit mehr als 70 Jahren wird das Bauwerk Küblers Brücke genannt. Die Familie Kübler führte bei der Brücke eine Firma, und die Nachfahren betreiben zum Teil die Wasserkraftanlage in der Nähe mit. Sie und die Anwohner haben beim Bau der neuen Brücke geholfen. (bp)

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