Ein Sommer, der nie zu enden scheint

Schwimmen, Eisessen, Bootfahren und an lauen Abenden vor dem Campingwagen den Sternenhimmel anschauen - Wärme und wenig Regen bescheren Bädern, Eis-dielen und Freizeiteinrichtungen der Region derzeit einen regelrechten Boom.

Rochlitz/Penig.

Mehr als 25 Grad, Sonnenschein, blauer Himmel - und das seit mehreren Wochen. Während die einen über Hitze und Trockenheit stöhnen, freuen sich andere über die sommerlichen Tage. Freibäder, Campingplätze und Eistheken haben in der Region Hochsaison, wie eine Umfrage der "Freien Presse" zeigt.

Campingplätze gut besucht: Die drei Campingplätze des Talsperrenzweckverbandes in der Mittweidaer Aue, in Kriebstein und Lauenhain sind laut Zweckverbandsgeschäftsführer Thomas Caro gut besucht. "Wir haben 50 Prozent mehr Durchgangscamper im Vergleich zum Vorjahr", so Caro. Fast alle kämen aus Deutschland, einige auch aus den Nachbarstaaten.

Über etwa zehn Gäste freut sich Birgit Fischer vom Campingplatz Mio im Lichtenauer Ortsteil Ottendorf. "Sie kommen aus England, Dänemark und anderen Ländern", sagt sie. Im Durchschnitt bleiben die Besucher drei bis vier Tage. Es gebe aber auch Camper, die zwei bis drei Wochen bleiben. Das Sommerwetter werde genutzt, um beispielsweise das Zschopau- und das Muldental zu erkunden. Auf dem Campingplatz komme die Esswerkstatt gut an.

Touren auf der Talsperre: Das Sommerwetter nutzen viele Gäste für Touren auf der Talsperre Kriebstein. "Die Renner sind Kanu- und Schlauchbootfahrten, wobei die Schlauchboote besonders rege ausgeliehen werden, da man von ihnen aus gleich ins Wasser springen kann", erklärt Michael Unger, Chef des Unger Outdoor Teams in Lauenhain. Besonders beliebt seien Schlauchboottouren auf der Freiberger oder der Zwickauer Mulde. An einem Tag könne man auf diese Weise die Region vom Wasser aus erkunden.

Auch die Fahrgastschiffe des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre seien in diesen Tagen sehr beliebt. Die Nachfrage ist um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, so Verbandsgeschäftsführer Thomas Caro. Gut angenommen würden auch die Wanderfähren. "Sie erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Denn man muss nicht die gesamte Wanderstrecke zu Fuß zurücklegen, sondern kann immer mal ein- und wieder aussteigen", so Caro.

Kühles für Leckermäuler: Kunden und Eisverkäufer freuen sich über den Sommer. "Es herrscht viel Betrieb. Zurzeit wird das Eis eher in der Tüte mitgenommen statt als Eisbecher gegessen", sagt die Inhaberin des Peniger Eiscafés Eis-Maik, Stefanie Modes. Beliebt seien Klassiker wie Vanille, Erdbeere, Schoko und Stracciatella. Auch Cheesecake-Holunder-, Zitrone-Kräuter-Eis und Softeis kämen gut an. "Wir sind ein Saisonbetrieb. Das Beste, was uns passieren kann, ist dieses Wetter." Glücklich über Wärme und Sonne, die Lust auf eine Abkühlung machen, ist auch Susan Esche, Mitarbeiterin im Eiscafé Schievelbein in Rochsburg: "Wir haben viele Gäste." Zahlreiche Touristen seien unterwegs, die zum Beispiel von der Burg aus oder während einer Wanderung das Eiscafé besuchten. "Renner ist trotz der Hitze kurioserweise unser Vanille-Eisbecher mit heißen Himbeeren", sagt sie. Damit nicht alles bereits beim Servieren zerlaufe, bekämen die Gäste die Himbeeren in einer separaten Schale.

Spaß im kalten Wasser: Die Freibäder der Region sind gut besucht. Der Geringswalder Schwimmmeister Lutz Porsche ist sehr zufrieden, was die Besucherzahlen angeht. "Waren es im vergangenen Jahr um diese Zeit 5300 Gäste, reden wir aktuell von rund 2000 Besuchern mehr." Im Prinzip habe man seit Eröffnung der Saison am Pfingstwochenende sommerliche Verhältnisse - mit lediglich zwei, drei kleineren Pausen dazwischen.

Auch die Rochlitzer freuen sich über das schöne Wetter und viele Badbesucher. Wie Jörg Richter, Sprecher der Stadtverwaltung, berichtet, kämen wochentags momentan täglich rund 500 Badegäste, am Wochenende 800 und mehr pro Tag. In diesem Jahr habe man bisher 13.800Besucher gezählt, in der Saison 2017 seien es 19.200 gewesen. "Wir sind guter Dinge, dass uns die Saison noch viele Sonnentage beschert. Vielleicht wird es ein Rekordjahr, was die Besucher angeht."

Im Peniger Freibad ist das Wasser laut Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt 23 Grad warm. "Wir konnten vom 25. Mai bis 16. Juli 7000 Badegäste begrüßen. In der vergangenen Saison hatten wir insgesamt nur 13.840 Badbesucher, das wollen wir in diesem Jahr überbieten." Die Sprecherin wünscht sich anhaltend schönes Wetter, damit sich Schulkinder gut erholen und Schulen vielleicht den Sportunterricht in den ersten Schulwochen im August ins Freibad verlegen können. "Für unsere Natur sollte es dann bitte nachts ergiebig regnen."


Gottfried sorgt für Hitze

Sonnig, warm und trocken - so wird das Wetter auch in den kommenden Tagen sein. Nur im äußersten Nordosten Deutschlands ziehen Regenwolken auf, kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) an. Derzeit bestimmt Azorenhoch Gottfried das Wetter. Abgesehen von ein paar Wärmegewittern im Süden, herrscht weiterhin Hochsommerwetter, sagt DWD-Meteorologe Adrian Leyser. Fast überall könne mit Höchsttemperaturen von 25 Grad gerechnet werden, (dpa)

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