Eine Reise ins Computerspiel

Der Kultur- und Abenteuerverein "Ei guck'e ma" lädt zum Familientheater ein. Im Mittelpunkt stehen zwei Jugendliche: Er sitzt gern vor Laptop und Co., sie möchte raus.

Langenleuba-Oberhain.

Das Theaterstück, das der Abenteuerverein "Ei gucke ma" nun bereits das elfte Mal auf die Bühne bringt, wird immer in der Adventszeit aufgeführt. Mit dem bevorstehenden Fest allerdings hat es nichts zu tun. Vielmehr greifen die Autoren, die stets aus den Reihen des Vereins kommen, Themen aus dem Alltag auf. Dabei wird der Zeigefinger nicht mahnend erhoben, sondern die Inhalte mit Humor, zum Mitmachen und dennoch eindringlich herübergebracht.

Diesmal geht es ums Computerspielen. Luca, gespielt von Julius Seifert, ist einmal mehr in die Welt versunken, die sich gerade auf seinem Laptop abspielt. Seine Freundin Colin (Elena Bernhard) will mit ihm im Freien spielen, erfüllt ihm aber zunächst doch eine Bitte. Da der Akku des Laptops leer ist, schließt sie das Gerät ans Netz an, was ungeahnte Folgen hat. In "Kurzschluss" finden sich die beiden auf einmal in dem Computerspiel wieder, das gerade lief, und haben allerlei Abenteuer zu bestehen. Geschrieben worden ist das Stück von Mandy Kemter und Martin Fein. "Er hatte die Idee, wir haben die einzelnen Szenen dann beide geschrieben und zwischendurch abgeglichen, dass es trotzdem aus einem Guss ist", erklärt Mandy Kemter. "Zum Glück haben wir den gleichen Schreibstil."

Die Idee für das Stück sei ihm gekommen, als er bei Freunden zu Besuch war, erzählt Martin Fein. Auf seine Frage nach dem Sohn sei die Antwort gewesen: "Der sitzt schon wieder am Computer." Als er Jugendlicher war, sei das nicht anders gewesen, so Fein. "Aber wenn man Verantwortung übernimmt, einen Job hat oder Kinder, wird alles anders", so der 28-jährige Vater eines dreijährigen Sohnes. Es sei in Ordnung, mal am PC zu spielen. Aber wenn das zur Routine werde, sollte man aufpassen, meint er. "Das will ich für meinen Sohn auch nicht. Deshalb wird im Stück dargestellt, dass es Schöneres gibt, als vorm Computer zu sitzen."

Die 18 Darsteller im Stück sind Vereinsmitglieder - im Alter von 3 bis 67 Jahren. Der 15-jährige Julius, der den Hauptpart hat, spielt bereits das fünfte Mal in Folge mit. Aufgeregt ist er nicht, und mit dem Textlernen gebe aus auch keine Probleme. "Viel kann man sich bei den Proben einprägen, aber ganz ohne Lernen geht es natürlich nicht", sagt er. Der Verein sei eine ganz tolle Gemeinschaft und es mache einfach Spaß, dem Publikum Freude zu bringen und zusammen etwas auf die Beine zu stellen.

Ihren ersten Auftritt im Stück des Vereins hat die neunjährige Lucy Löhrmann. "Ich spiele einen Knappen, tanze dann und bin auch eine Ziege", erklärt sie. Aufgeregt? "Nein, sie ganz bestimmt nicht. Sie weiß vom Faschingsclub, wie es ist, auf der Bühne zu stehen. Aber ich bin aufgeregt", sagt ihre Mutter Virginie.

Seit 2014 finden die Aufführungen in "Webers Gasthof" in Langenleuba-Oberhain statt, weil die einstige Spiel- und Probenstätte, das Schützenhaus in Penig, für den Verein zu teuer geworden war. Um so glücklicher sei man, so Mandy Kemter, im Gasthof eine neue Spielstätte gefunden zu haben. Große Freude herrscht ebenfalls über die große Resonanz. Weil so viele Besucher kommen, wird das Theaterstück dieses Jahr zum ersten Mal drei- statt zwei Mal aufgeführt.

"Kurzschluss" wird am 8. Dezember, 13und 17 Uhr, und am 9. Dezember, 10 Uhr, in "Webers Gasthof" in Langenleuba-Oberhain aufgeführt. Karten gibt es unter der Telefonnummer 0151 64842131. Erwachsene zahlen 6 Euro, Kinder 4 Euro.

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