Eingezogen, aber noch nicht angekommen

Seit diesem Schuljahr lernen die Mädchen und Jungen der Förderschule "Wilhelm Pfeffer" in Rochlitz. In den modernen Räumen des BSZ haben sie viel Platz. Doch noch ist nicht alles perfekt.

Rochlitz.

Schulstandortwechsel - das Projekt mit diesem sperrigen Namen war für Lehrer und Schüler der Förderschule "Wilhelm Pfeffer" in den vergangenen Monaten ein Kraftakt. "Wir haben eine turbulente Zeit hinter uns. Aber jetzt sind wir da, wenn auch noch dabei, anzukommen", sagte Udo Reinhold, Leiter der Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Im vergangenen Sommer ist die Schule aus ihrem Domizil in Zettlitz aus- und ins Berufsschulzentrum in Rochlitz eingezogen. "Das war die richtige Entscheidung. Wir haben es nicht bereut", so Reinhold.

Die Bedingungen in dem Gebäudekomplex, in dem die Förderschüler einen eigenen Gebäudeteil bezogen haben, seien besser und moderner als im Schulgebäude in Zettlitz, so Reinhold bei der offiziellen Einweihung des neuen Schulstandortes am Mittwoch vor geladenen Gästen. Gut sei zudem, dass man für den Unterricht, die Ganztages- und Therapieprogramme nun viel Platz habe. Jetzt wünschten sich alle, dass Normalität in den Schulalltag einzieht. Denn noch sei nicht alles perfekt.

Torsten Kleditzsch

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Größte Baustelle sind derzeit noch die Außenanlagen. Neben dem Gebäudeteil der Förderschüler sind bereits einige Spielgeräte und Klettergerüste aufgebaut worden, damit die Jungen und Mädchen draußen toben können. Einiges fehlt aber noch, darunter das Grüne Klassenzimmer für Unterricht im Freien. Auch im Schulhaus wurden Bewegungsräume eingerichtet. Dafür wurden in der ehemaligen Bauhalle der Berufsschüler ein Turnhallenboden und eine Prallschutzwand eingebaut. Auch Sport- und Spielgeräte stehen bereit. "Beim Lärmschutz muss noch etwas gemacht werden", erklärte Reinhold. Nachgerüstet werden müsse in den Klassen-, Funktions- und Therapieräumen auch beim Sonnenschutz, denn in den Zimmern würde es sehr warm. "Da kommt noch etwas", versprach Mittelsachsens Landrat Matthias Damm (CDU) bei der Einweihungsfeier.

Die Förderschule "Wilhelm Pfeffer" liegt in der Verantwortung des Landkreises. Der Umzug nach Rochlitz war vom Kreistag beschlossen worden, weil das Gebäude in Zettlitz, in dem die Schule bisher untergebracht war, stark sanierungsbedürftig ist. Hinzu kam, dass die Anzahl der Schüler im Berufsschulzentrum in den vergangenen Jahren gesunken ist. Das Haus bietet eigentlich Platz für bis zu 760 Schüler. Durch den Einzug der Förderschüler will man künftig die Auslastung des Gebäudes erhöhen. Landrat Damm betonte ebenfalls, dass der Umzug nach Rochlitz die richtige Entscheidung gewesen sei, wenn auch heftig umstritten. Es sei aber nicht möglich gewesen, am alten Standort, einem stark sanierungsbedürftigen Gebäude, solche moderne Bedingungen für die Schüler und pädagogischen Fachkräfte zu schaffen, wie sie in Rochlitz gegeben sind. Dafür erhielt der Landkreis finanzielle Unterstützung von Bund und Land.

Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) stimmte dem zu. "Jeder Euro, der hier investiert wurde, ist gut eingesetzt", sagte er. Doch neben guten Bedingungen brauche es auch Menschen, die sich für die förderbedürftigen Jungen und Mädchen engagieren. "Es ist bemerkenswert, was von den Lehrkräften viele Jahre in Zettlitz geleistet und nun in Rochlitz fortgesetzt wird", so der Minister.

Tag der offenen Tür: Am Freitag zeigen Schüler und Lehrer der Förderschule "Wilhelm Pfeffer" Besuchern ihr neues Domizil in Rochlitz. Das Programm beginnt 14 Uhr. Bis 18 Uhr kann das Schulhaus besichtig werden.

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