Eltern beharren auf Haltestelle am alten Oberhainer Bahnhof

Nach dem tödlichen Schulwegunfall vom März haben Stadt und Landkreis einiges für mehr Sicherheit in der Region Penig getan. Bei ihrer Hauptforderung kommt die Elterninitiative derzeit aber nicht weiter.

Penig.

Noch immer hallt das tragische Unglück vom März, als eine Schülerin beim Busumstieg nahe Langenleuba-Oberhain von einem Auto erfasst und tödlich verletzt worden war, in der Peniger Region nach. Zwischen Elterninitiative und Stadtverwaltung besteht Konsens, dass für die Sicherheit etwas getan werden muss. Doch über das Wie gibt es auch geteilte Meinungen.

Bereits umgesetzt: An der Unglücks-Bushaltestelle auf der alten B 175 entstand eine befestigte Fläche, die ein besseres Ein- und Aussteigen ermöglicht. Zurzeit steigen die Schüler allerdings am Narsdorfer Busbahnhof um, da den Eltern die alte Bundesstraße zu unsicher ist. An der Grundschule Langenleuba-Oberhain wurde zudem eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 durchgesetzt. Elternsprecher Klaus Michael regt an, diesbezüglich noch einmal mit den Eltern zu reden. Denn oft komme es vor, dass wild auf dem Fußweg geparkt werde. Darüber hinaus sollten auch Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden, da sich viele Kraftfahrer nicht an die Grenze von 30 Stundenkilometern halten würden.

An der Erich-Kästner-Grundschule in Penig entstand ebenfalls eine Tempo-30-Zone. Doch das reicht Klaus Michael nicht. "Hier sollte zusätzlich ein Fußgängerüberweg entstehen", sagt er. Dass das Schild von den Kraftfahrern nicht erkannt werde, sei für ihn kein Argument. Denn die aufgestellten Tempo-30-Schilder würden von den Fahrern auch wahrgenommen, argumentiert er. Eine Kommission hatte nach einer Besichtigung dieser Stelle einen Überweg abgelehnt. Mittlerweile wurde auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung nahe der Peniger Kita "Regenbogen" eingerichtet. An der Bushaltestelle Chursdorf/Tauscha wurde eine Beschilderung "Achtung, Schulkinder" angebracht. Laut Manuela Tschök-Engelhardt, Sprecherin der Stadt Penig, wurde außerdem eine zusätzliche Fahrt 14.25 Uhr ab Gymnasium Penig, die durch Oberhain führt, eingerichtet.

Noch nicht umgesetzt: Einen Rückschlag hat die Elterninitiative bei ihrer Hauptforderung erlitten. Denn der alte Bahnhof in Langenleuba-Oberhain wird vorerst nicht zu einer für die Kinder des Dorfes nahen Bushaltestelle umgebaut. "Wir hätten circa 330.000 Euro Baukosten und nur fünfmal in der Woche jeweils einen Fahrgastwechsel pro Tag", begründet die Stadtsprecherin. Das sei nach Rücksprache mit dem Nahverkehrsunternehmen Regiobus nicht vertretbar. Mit den Schulleitungen der Oberschule und des Gymnasiums sei das am 3. September bereits besprochen worden. Elternvertreter seien nicht anwesend gewesen, bedauert sie. Klaus Michael hat angekündigt, diese Entscheidung nicht zu akzeptieren.

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