Eltern fordern Bus durchs Dorf - Annäherung in kleinen Schritten

Nach dem tödlichen Schulwegunfall vom März kämpft eine Elterninitiative für mehr Sicherheit auf Schulwegen. Ihre Hartnäckigkeit hat einiges in Bewegung gebracht.

Penig.

Die Schulbushaltestelle an der alten B 175, wo am 19. März eine Schülerin beim Busumstieg tödlich verletzt worden war, ist mittlerweile außer Betrieb. Schüler aus Langenleuba-Oberhain, die in Penig lernen, steigen aktuell am Busbahnhof in Narsdorf um. Doch Elternsprecher Klaus Michael und seine Mitstreiter sind noch längst nicht am Ziel. "Wir wollen, dass das Umsteigen entfällt, indem der Schulbus durch Langenleuba-Oberhain fährt und alle Schüler im Dorf aussteigen können", sagt er. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg, wie aus einem Schreiben vom Landratsamt hervorgeht.

Denn darin erklärt Thomas Kranz, Abteilungsleiter Verkehr und Bauen, das Ergebnis einer Prüfung durch das Nahverkehrsunternehmen Regiobus, die das Landratsamt in Auftrag gegeben hatte. "Würde die derzeitige Fahrt 623 über Langenleuba-Oberhain geführt, so müsste sie 13.43 Uhr in Penig starten. Der Bus wäre aber erst 14.07 Uhr in Narsdorf, was für die gegenwärtig acht Elsdorfer Schüler den sicheren Umstieg in Narsdorf verhindert", erklärt Kranz.


Mit dieser Variante würde für die Elsdorfer genau die Situation entstehen, die für die Langenleubaer verhindert werden soll: Sie müssten an der Unfallhaltestelle Langenleuba-Oberhain umsteigen und die Straße überqueren oder nach dem Ausstieg auf dieser Straßenseite nach Elsdorf laufen. Eine Verschiebung der Fahrt der Linie 661 auf spätersei wegen des Anschlusses an die Schülerlinie 610 auch nicht möglich. "Außerdem würden dann innerhalb von sechs Minuten zwei Schulbusse, von Penig kommend, durch Langenleuba-Oberhain fahren", macht Kranz deutlich. Mit den vorhandenen Kapazitäten sei daher keine Lösung zu finden, die keine neuen Probleme verursache. Eine zusätzliche Fahrt - also ein weiterer Bus mit einem weiteren Fahrer - stehe "aus Kapazitätsgründen" nicht zur Verfügung.

Elternsprecher Klaus Michael empfindet dies als "sehr schade". Dass "fehlende Mittel und Ressourcen" ins Feld geführt würden, bezeichnet er als "großes Armutszeugnis und als bedenkliches Signal für die Bürger auf dem Land".

Einig sind sich beide Seiten aber darin, dass es eine Lösung gibt, die den Langenleubaer Schülern zu dieser Zeit den Umstieg in Narsdorf ersparen würde. Dazu müsste aber das Unterrichtsende am Freien Gymnasium in Penig so gelegt werden, dass die Rückfahrt um 13.25 Uhr ab Gymnasium möglich ist. "Die Stadt Penig, die Mitglied im Trägerverein ist, und die Schulleitung prüfen das bereits", bestätigt Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt.

Die Ganztagsbetreuung am Gymnasium werde bis 15.45 Uhr angeboten. Doch für die fünften und sechsten Klassen wolle man prüfen, ob der Stundenplan so verändert werden kann, dass diese Schüler - wie die Schüler der Bilz-Oberschule auch - den ersten Nachmittagsbus schaffen, der durchs Dorf fährt. "Ich gehe davon aus, dass wir das ab dem neuen Schuljahr hinkriegen", so die Sprecherin.

Auch arbeite die Stadt an einer weiteren Lösung mit, die auch die Elterninitiative begrüßt: Verlegung der Bushaltestelle an den Bereich des alten Bahnhofs in Langenleuba-Oberhain. Um den neuen Busumstieg zu bauen, muss die Stadt jedoch Grundstücke kaufen. "Von zwei Eigentümern haben wir bereits die Zusage", so Tschök-Engelhardt. Noch im Juni soll der Stadtrat über diese außerplanmäßige Ausgabe abstimmen. "Wir reden über 100.000 Euro oder mehr." Anfang Oktober soll der Fördermittelantrag gestellt werden. Sollten die Pläne aufgehen, könnte die neue Haltestelle zum Schuljahresbeginn 2020/21 in Betrieb gehen.

Auf Unterstützung des Freistaates kann die Stadt zumindest hoffen. Denn das Wirtschaftsministerium hatte bereits Fördergeld in Aussicht gestellt, wenn sich Landkreis, Stadt und Regiobus auf eine Maßnahme zur Verlegung der Bushaltestelle geeinigt haben.

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