Emaillierwerk wird zur Logistik-Zentrale

Der Peniger Beschichtungsspezialist baut eine neue Lagerhalle. Wenn sie fertig ist, übernimmt das Unternehmen eine ganz neue Rolle im Firmenverbund.

Penig.

An der Peniger Uhlandstraße gehen auch in diesen Wintertagen die Bauarbeiten weiter. Direkt neben dem bestehenden Firmengebäude baut das Muldenthaler Emaillierwerk für 2,9 Millionen Euro eine 4800 Quadratmeter große Lagerhalle. Diese Firmenerweiterung hat für Deutschlands größten Hersteller von emaillierten Ofenrohren eine ganz besondere Bedeutung. Denn innerhalb des Firmenverbundes - bestehend aus der österreichischen Muttergesellschaft EHS Ernst Hörtnagl und Söhne in Fulpmes, der ungarischen Firma Höpe und dem Muldenthaler Emaillierwerk - soll Penig dann zum Logistikstandort ausgebaut werden.

Im Firmenverbund sei damit eine weitere Spezialisierung der Produktionsabläufe geplant. "Während die Firma Höpe, die mehr in Technik investiert, für die Rohfertigung wie Schweißen und Schneiden zuständig ist, soll am Standort Penig die Oberflächenbeschichtung ausgebaut werden", erklärt Personalreferentin Sylvie Winkler. In der neuen Lagerhalle, die noch in diesem Jahr in Betrieb gehen soll, werden dann große Mengen an Teilen gelagert und von dort aus zu den Kunden transportiert.

"Wir wollen mehr und mehr zur Vorratsproduktion übergehen", sagt die Personalchefin. Dafür und vor allem auch für den Erweiterungsbau wolle das Emaillierwerk, in dem aktuell 75 Mitarbeiter und drei Auszubildende tätig sind, weitere Fachkräfte einstellen, so einen Oberflächenbeschichter und eine Industriekauffrau. "Und da wir perspektivisch wegkommen wollen von der manuellen Logistik, hin zur computergestützten, bei der wir auch mit neuer Software arbeiten werden, suchen wir qualifizierte Mitarbeiter", so Sylvie Winkler. Die brauche das Unternehmen nicht nur wegen der neuen Halle.

Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter liege zurzeit bei etwa 50 Jahren. Zudem zeichne sich ab, dass demnächst einige der Beschäftigten in Rente gehen. Deshalb müsse künftig auch in bestehenden Bereichen aufgestockt werden. Im Muldenthaler Emaillierwerk habe deshalb auch die Ausbildung einen hohen Stellenwert.

Gut fand Sylvie Winkler daher ein im vorigen Jahr in Penig initiiertes Demografie-Projekt. Ziel war, heimische Unternehmen, Schulen und Verwaltungen miteinander zu vernetzen. Auch das Emaillierwerk beteiligte sich daran. "Wir konnten Kontakte auch zur IHK und zum Landratsamt knüpfen."

Doch die Personalreferentin hätte sich gewünscht, dass sich noch mehr Firmen daran beteiligen. Zudem findet sie, dass es nicht bei einer einzelnen Aktion bleiben darf. "Nachwuchsgewinnung muss ständig aufs neue angeschoben werden", meint sie. Das Emaillierwerk gehe da schon neue Wege, nutze auch die sozialen Netzwerke.

Doch wichtiger seien aus ihrer Sicht direkte Kontakte in die Schulen und in die Region. Vorteilhaft findet sie auch, dass neue Leute, die sich für das Unternehmen interessieren, erst einmal auf Probe im Betrieb arbeiten. Das diene dem gegenseitigen Kennenlernen.

Zu bieten habe das Emaillierwerk einiges. "Denn wir bilden Fachleute für Lagerlogistik, Mechatroniker, Konstruktionsmechaniker, Verfahrensmechaniker für Oberflächenbeschichtung, Medientechnologen für Siebdruck und Industriekaufleute aus", so Sylvie Winkler.

Es sei wichtig, dass Unternehmen auf sich aufmerksam machen. Das Muldenthaler Emaillierwerk denkt deshalb auch darüber nach, wie in anderen Firmen längst üblich, einen Tag des offenen Unternehmens zu veranstalten. "Einen Termin gibt es zwar noch nicht. Aber wir könnten uns vorstellen, so etwas in diesem Jahr durchzuführen."

Denn es komme darauf an, dass man auch die Eltern der Jugendlichen, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, mit erreicht, meint Sylvie Winkler.


Peniger Traditionsunternehmen seit 1887 am Markt - Produktpalette ständig erweitert

Tradition: Seit 1887 produziert die Muldenthaler Emaillierwerk GmbH am Standort Penig eine breite Palette von Abgasrohren und Zubehör.

Technik: Das Unternehmen verfügt über eine moderne Emaillieranlage und einen gasbeheizten Emaillierofen.

Sortiment: Hergestellt werden Abgas- und Ofenrohre sowie Bögen und Zubehör aus farbig emailliertem Stahlblech sowie aus Edelstahl, aus dickwandigen Blechen, aus feueraluminiertem Stahlblech oder aus Aluminium. Kunden können aus mehr als 4000 Artikeln wählen.

Spezifisches: Zum Profil gehören auch farbig emaillierte Rohre für Kaminöfen. Umfangreiche Leistungen erbringt das Unternehmen zudem auf dem Gebiet der Lohnemaillierung und bei Zulieferungen, beispielsweise für doppelwandige Abgassysteme für Brennwerttechnik.

Innovationen: Dazu zählen unter anderem Materialien für den Anschluss von Pelletöfen. Wieder aufgenommen und verbessert wurde die vor etwa 100 Jahren begründete Tradition der Emailleschilderfertigung. Dazu gehören Info-, Hinweis-, Firmen-, Vereins- und Souvenirschilder. (ule)

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