Erlauer erleben USA mit dem Motorrad

Zwei Touren führten Sonja und Wilhelm Weber bereits durch Amerikas Westen. Dabei setzten sie (sich) auf eine Harley.

Erlau.

Beim Motorradfahren sind Wilhelm und Sonja Weber Genussfahrer. Schon viele Tagestouren hat das Erlauer Ehepaar auf seinem Chopper unternommen - einer 1100er Yamaha Dragstar. Dass die zwei einmal tausende Kilometer fern der Heimat über den Asphalt rollen, hätten sie bis vor einiger Zeit aber nicht gedacht. Doch: Es kam anders, und so können die 63-Jährigen heute von zwei erlebnisreichen Touren erzählen, die sie 2015 und 2016 durch den Westen der USA führten.

"Es hat mich immer interessiert, wenn jemand vom Motorradfahren auf der Route 66 erzählte", erinnert sich Wilhelm Weber. Jedoch fehlte der Anstoß, selbst einmal eine solche Reise auf der bekannten Fernstraße anzugehen. Bis zum Dezember 2014. Da entdeckte Weber einen Beitrag in einer Reisebeilage der "Freien Presse". "Mit der Harley durch den Westen der USA" lautete sein Titel, zwei Teilnehmer berichteten von der Gruppentour, die im Herbst 2015 wieder stattfinden sollte. "Ich habe ein bisschen mit mir gerungen, dachte, ich bin vielleicht zu alt dafür", erzählt Wilhelm Weber.

Aber im Januar las er von einem Termin, bei dem die Tour im Druckhaus der "Freien Presse" vorgestellt werden sollte. Seine Frau nahm er zu dem Vortrag mit. Sie sahen Fotos, erfuhren Details, und reservierten noch am selben Abend zwei Plätze.

Um sich vorzubereiten, besuchte Wilhelm Weber einen der Autoren des Reiseberichts, Olaf Brauer, in der Nähe von Zwickau, ließ sich jede Menge Tipps geben. So musste etwa ein internationaler Führerschein her, und das Paar musste überlegt packen. Nur eine Tasche pro Person mit maximal 20 Kilo war erlaubt.

Am 16. Oktober 2015 flogen die beiden nach Los Angeles. Nach einer Stadtrundfahrt am Tag darauf holten sie ihr Mietgefährt für die 13-tägige Reise durch Kalifornien, Nevada und Arizona ab: eine Harley-Davidson Electra Glide. "Ich sitze darauf besser als auf meinem Sofa", sagt Sozia Sonja Weber lachend.

Rund 3000 Kilometer fuhren die beiden, die längste Tagesetappe zählte 540 Kilometer. Das Death Valley, Las Vegas, der Grand Canyon und natürlich die Route 66 - nur einige der Stationen, von denen die zwei keine missen möchten. Übernachtet wurde in Motels oder Hotels, das Gepäck der 23 Teilnehmer transportierte ein Bus. "Entspannte Tage mit Gleichgesinnten zu verbringen, das war schön. Es waren einfach auch schöne Strecken für Biker, auf einspurigen Straßen ohne viel Verkehr", so Wilhelm Weber.

Der Kontakt zu einem Teil der Mitfahrer riss nicht ab, bis heute treffen sie sich regelmäßig. Und so ging man gemeinsam wieder auf Tour. Im Herbst dieses Jahres starteten die Webers erneut in Los Angeles. Nachdem gleich zu Beginn das Motorrad wegen Kupplungsschadens getauscht werden musste, ging es reibungslos durch den Sequoia Nationalpark mit seinen Mammutbäumen, nach San Francisco und zurück am Pazifik, auf dem Highway 1.

"Von den Eindrücken zehrt man noch lange", sagt Wilhelm Weber. Nicht ausgeschlossen ist daher, dass die beiden Ruheständler nochmals in die USA reisen. Auf dem Motorrad gibt es noch viel zu entdecken - unter anderem die Rocky Mountains.

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