Europa fördert 2001 Projekte im Landkreis Mittelsachsen

Eine neue Datenbank im Internet gibt Auskunft, wohin Geld floss. Allein die Bergakademie Freiberg ist mit 62 Vorhaben dabei.

Rochlitz/penig.

Was für den Freistaat gilt, trifft auch auf den Landkreis zu: "Sachsen profitiert in hohem Maße von der EU-Förderung. Dies war und ist ein entscheidender Baustein für die erfolgreiche Entwicklung des Freistaates", sagt Staatskanzleichef und Europaminister Oliver Schenk. Der CDU-Politiker verweist insbesondere auf Projekte, die mit Geld aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert werden.

Wie viel Geld dabei wohin in Sachsen geflossen ist, ist jetzt im Internet abrufbar - der Freistaat hat vorige Woche eine Projektdatenbank freigeschaltet, die über Details zu allen seit 2014 geförderten Vorhaben informiert. Mittelsachsen ist mit 2001 Projekten vertreten. Sie reichen von Investitionen in die Hochschulen in Freiberg und Mittweida über Hochwasserschutzmauern in Penig und die Wiederherstellung der Parkanlagen Goethehain in Mittweida bis hin zu Inklusionsassistenten an den Grundschulen in Flöha und Frankenberg.


Aufwertung von Brachen

Der Abriss der Lagergebäude der ehemaligen Großhandelsgesellschaft (GHG) am Dreiwerdener Weg in Mittweida (Foto) ist mit 443.322,85 Euro für 2018/19 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung in der Förderdatenbank vermerkt. Für die anschließende Herstellung einer Grünanlage sind weitere 162.954,64 Euro aus dem gleichen Topf eingetragen. Für von der EU unterstützte Maßnahmen zur Nutzbarmachung von kontaminierten und brach liegenden Flächen gibt es weitere Beispiele in Mittelsachsen unter anderem aus Frankenberg (Abbruch und Revitalisierung der Industriebrache Lisema, Förderung 2016/17 mit rund 283.000 Euro), aus Freiberg (Bodenaustausch in den Außenanlagen der Grundschule "Georgius Agricola", Förderzeitraum 2018/19 mit rund 128.000 Euro) und Brand-Erbisdorf (Sanierung von belasteten Flächen an der Kindertagesstätte "Mischka", 2016 bis 2019, knapp 300.000 Euro. (jan)

Foto: Falk Bernhardt/Archiv


Hilfe bei Ausbildung

Mit neun Projekten ist die Agraset Agrargenossenschaft Naundorf (Foto) bei Rochlitz in der Datenbank aufgeführt. Sieben davon laufen über den Europäischen Sozialfonds (ESF) und betreffen die Verbesserung der Ausbildung. Die Fördersummen liegen dabei zwischen reichlich 1200 Euro und knapp 9000 Euro. Im gesamten Landkreis sind 1291 Projekte mit ESF-Förderung in der Datenbank erfasst, das sind fast zwei Drittel aller für Mittelsachsen aufgeführten Vorhaben. Einen Schwerpunkt bildet die Hilfe bei der Bildung. So gibt es Projekte für Analphabeten in Freiberg, Waldheim und Brand-Erbisdorf sowie Zuschüsse für Inklusionsassistenten beispielsweise im Förderschulzentrum Flöha sowie für Praxisberater unter anderem an den Oberschulen Flöha-Plaue, Niederbobritzsch, Rechenberg-Bienenmühle und der Evangelischen Werkschule Milkau. In der Oederaner Kita "Kitz" fördert der ESF die Weiterbildung Kindheitspädagogik. (jan)Foto: Mario Hösel/Archiv


Raum für Forscher

Für die Hochschule Mittweida sind 29 Projekte verzeichnet. Sie reichen von nahezu 2 Millionen Euro für die Ultrapräzisions-Laserbearbeitung über einen Zuschuss von fast 200.000 Euro für ein Forensisches Forschungslabor bis hin zur Förderung von Promotionen mit jeweils 63.360 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds. An der TU Bergakademie Freiberg wird mit Hilfe der EU der Clemens-Winkler-Bau (Foto) um zwei Laborflügel erweitert. Für den Komplex Mitte sind dabei rund 26,5 Millionen Euro Zuschuss vermerkt, für den Südteil knapp 23 Millionen Euro. Die Universität in der mittelsächsischen Kreisstadt ist mit insgesamt 62 Vorhaben in der Aufstellung der EU-Förderprojekte vertreten - bis hin zu 39.800 Euro Zuschuss für die Beschaffung eines Mössbauer-Spektrometers im Jahr 2018 zur Erforschung von Eisenkatalysatoren für die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen und für die Reinigung von Abgasen. (jan)Foto: Eckardt Mildner/Archiv

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