Fällung von Bäumen verärgert Rochlitzer

Entlang der Wege im Bergwald hat der Sachsenforst Bäume entfernen lassen. Das war notwendig, um Gefahr abzuwenden.

Rochlitz.

Das Bild, das sich Heike Wiesenhaken vor wenigen Tagen im Rochlitzer Bergwald bot, machte die Rochlitzerin "stocksauer": Dutzende Bäume waren gefällt worden. Aus Gesprächen mit dem Forst vom Herbst heraus, dass immer mal wieder Verkehrssicherungsmaßnahmen vor allem aufgrund von Sportveranstaltungen notwendig seien, habe sie angenommen, die Fällungen seien wegen des Bergtriathlons im September nötig gewesen. "Geht die Verkehrssicherungspflicht bei Sportveranstaltungen im Wald tatsächlich so weit?", fragte sie im sozialen Netzwerk Facebook. Mehrfach wurde der Beitrag kommentiert.

Diese Baumfällung hat nichts mit dem Bergtriathlon zu tun, bestätigen Sachsenforst und der Rochlitzer Oberbürgermeister Frank Dehne. "Im Zuge des Triathlons wurden zwei kranke Birken an der Sörnziger Straße gefällt, die auch so gefällt worden wären", so Dehne. Auch wurden an 13 Bäumen tote Äste abgesägt, zur Sicherung des Weges vom Schloss zum Sörnziger Weg für den Triathlon. Stefan Scholz, Revierleiter im Forstrevier Mittweida im Staatsbetrieb Sachsenforst bestätigt: Die 42 Bäume, vor allem Eichen und Buchen, wurden Anfang Dezember am Lutherweg und am Rudolf-Zimmermann-Weg gefällt, weil sie eine Gefahr für Spaziergänger waren. "Relativ viele Bäume sind durch die Trockenheit der vergangenen Jahre abgestorben. Auch bei Windstille kann ein Ast runterkommen", so Scholz. Das Holz der Bäume sei morsch gewesen, Weißfäule habe sich gezeigt. Die Kosten für die Fällung, ausgeführt durch eine Firma, in Höhe von rund 4000 Euro trägt der Freistaat. Das Holz verbleibe im Wald, als Lebensraum für Tiere. Die Begründung Verkehrssicherungspflicht halte sie für nachvollziehbar, sagt Heike Wiesenhaken. Generell frage sie sich aber: Wie weit sollen diese Maßnahmen vor dem Hintergrund des Klimawandels und dem Ziel, Bäume zu erhalten, gehen?

Ebenfalls am Erhalt von Bäumen ist Stanley Weber interessiert, gemeinsam mit jungen Leuten um Szene Rochlitz, Alternative Burgstraße, dem Team des Treibsand-Festivals und der Linken. Unter anderem will man sich für Starkbuchen einsetzen und, dass der Rochlitzer Bergwald ganz zum Naturdenkmal wird. Forciert werden sollte die Pflege der Bäume, statt der Fällung.

Nach Aussage von Stefan Scholz vom Sachsenforst sind bis Mitte März weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen an Straßen am Rochlitzer Berg geplant. Entweder sollen Bäume gefällt oder ihre Kronen verschnitten werden.

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