Faschingsfeten fallen aus - Narren haben dennoch Spaß

Karnevalisten der Region haben ihre Termine im Februar abgesagt. Doch mit Grüßen übers Netz und lustigen Aktionen hält man einander bei Laune.

Rochlitz.

Keine gemeinsamen Sketche im Saal, kein Gardetanz, kein fröhliches Feiern in großer Runde: Wegen Corona lassen Faschingsvereine der Region ihre traditionellen Veranstaltungen im Februar ausfallen. Nicht nur der Faschingsclub Geringswalde (FCG) hat sich zu diesem Schritt entschieden, auch die übrigen Karnevalsvereine sehen sich angesichts der Einschränkungen durch die Pandemie dazu genötigt. Den Spaß wollen sie sich dennoch nicht verbieten lassen.

"Wir haben Ende Dezember entschieden, dass alle Veranstaltungen abgesagt werden", sagt Annabell Döring, Sprecherin des Karneval-Club Rochlitz (KCR). Man habe bis zuletzt überlegt, am Wochenende vor Aschermittwoch eine spontane Faschingsparty zu organisieren, aber das sei nun auch nicht möglich. Der Funkencup, der ebenfalls vom KCR ausgerichtet wird, fällt aus. "Viele sind traurig und vermissen die Kontakte. Es ist ein Freizeitstress, den jeder von uns gerne mitgenommen hat, und wo der Ausgleich dazu fehlt", sagt Döring zum rund 80 Mitglieder zählenden Verein. Auch geprobt werden kann nicht. Die Kinderfunken hatten bereits ein Stück ihrer Parade erarbeitet. Gemeinsam üben können sie es derzeit nicht. Mit Fotos und kleinen Videosequenzen versuche man sich aber zu erheitern, erklärt Döring. Auch bei Präsident Raymond Lange ist die Sehnsucht groß. "Ich will ausgelassen mit unseren Gästen feiern, viele Gespräche führen und tanzen", schreibt er auf der Internetseite des KCR. Nun hofft man auf eine bessere, auf die dann 59. Saison.

Pech hatte der Wechselburger Carneval Verein (WCV) - denn er befindet sich in der 50. Saison, also ein Jubiläumsjahr. Schon früh hatte man hier entschieden, die komplette Saison abzusagen. "Daran wird sich kurzfristig nichts ändern", sagt Präsident Udo Modes. Passend dazu lautet das Motto des WCV: "Mir brauchen hier nicht rum zu eiern, die Fuftzsch müss'n mir alleene feiern!" Einen karnevalistischen Gruß zur Faschingszeit werde man dennoch in öffentlicher Form aussenden. "Wir haben viele, die einsichtig sind und sagen, es nützt ja nichts. Wir werden dann zielstrebig auf die 55 zugehen", so Modes. "Mitgenommen" in die 51. Saison wird das aktuelle Prinzenpaar.

"Wir starten im Herbst wieder durch", blickt Jens Gruttke, Sprecher des Döhlener Carnevals Verein voraus. Auch dieser Gruppe tue es leid, treffe die rund 25 Faschingsfreunde aber nicht so hart wie die großen Vereine. "Wir haben unsere Saison erst gar nicht angefangen", sagt Gruttke. Normalerweise organisiert der Verein zwei Abendveranstaltungen und einen Kinder-/Rentner-Fasching. Die Döhlener sind in dieser Saison wie andere Vereine mittels digitaler Technik und auf Narrenart der Pandemie begegnet, indem sie ein Video auf Facebook einstellten, das das leidige Thema Klopapier in den Mittelpunkt rückt. Zum Faschingsauftakt erstellten unter anderem auch der KCR und der Crossener Carneval Verein lustige Videos.

Mit mehreren Filmchen, auch zu Weihnachten, erheitert ebenso der Faschingsclub Penig. Und auch darüber hinaus kommt der 120 Mitglieder zählende Verein, der dieses Jahr seine fünf eigenen Veranstaltungen nicht feiern kann, zusammen. Männerballett, Garde, die Jugend- und die Kindertanzgruppe treffen sich regelmäßig per Videochat übers Netz, üben auch gemeinsam, sagt Sprecher Mike Tauchmann. Er animiert dazu, an Aktionen wie der Weiberfastnacht- oder dem Karnevalslauf teilzunehmen, zu denen im Internet aufgerufen wird. Und dazu, es der Narrenzunft aus der Peniger Partnergemeinde Uttenweiler gleichzutun. Dort schmückt man derzeit Weihnachtsbäume um - zu Narrenbäumen.

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