Förderschule startet mit Einschränkungen ins Schuljahr

Ab Montag werden die Jungen und Mädchen der Einrichtung "Wilhelm Pfeffer" in Rochlitz unterrichtet. Der Umzug aus Zettlitz ist nahezu beendet. Doch mehrere Räume sind noch nicht fertig hergerichtet.

Der Umzug der Förderschule "Wilhelm Pfeffer" nach Rochlitz läuft auf Hochtouren: Schulleiter Udo Reinhold stellt Stühle in ein Klassenzimmer.

Von Franziska Pester und Marion Gründler

In vier Tagen startet das neue Schuljahr. Für die Jungen und Mädchen, die die Förderschule "Wilhelm Pfeffer" besuchen, beginnt aber nicht nur ein neues Jahr des Lernens. Sie starten in einem neuen Schulhaus in einer neuen Stadt wieder mit dem Unterricht. Der Umzug der Einrichtung von Zettlitz nach Rochlitz ist nahezu abgeschlossen. Doch obwohl Handwerker und Lehrer sich viel Mühe geben, werden nicht alle benötigten Räume bis Montag fertig sein.

"Wir werden am Montag einen geordneten Schulbetrieb aufnehmen können", sagt Udo Reinhold. Der Schulleiter spricht von einem hohen Maß an Zweckoptimismus, den sein Pädagogenteam und er in den zurückliegenden zwei Wochen an den Tag gelegt hätten. "Der Umzug stellt in meiner 28-jährigen Laufbahn als Schulleiter die größte Herausforderung dar", erklärt der Pädagoge. Gleichwohl sei ein Ende abzusehen. Die gesamte Einrichtung sei aus dem Zettlitzer Schulgebäude, bis auf wenige Ausnahmen, in Rochlitz angekommen.

Klar ist aber, dass der Bewegungs- und Gymnastikbereich sowie der Snoezel-Raum - ein Zimmer zur Entspannung - in den kommenden zwei bis drei Wochen noch nicht genutzt werden können. "Auch Lehrküche, Lehrwohnung und Werkraum sind noch nicht fertiggestellt", so Reinhold. "Doch damit werden wir vorerst zurechtkommen. Unsere Schüler lernen in den nächsten Tagen zunächst Gebäude und Außengelände kennen und gewöhnen sich ein." Kleinere Einsätze von Handwerkern würden den Schulbetrieb kaum tangieren. Die Etage, auf der die Unterrichtsräume untergebracht seien, bleibe davon ohnehin im Wesentlichen unberührt.

Der Sprecher des Landkreises Mittelsachsen, der Träger der Einrichtung ist, bestätigt, dass nach Schuljahresbeginn noch Restarbeiten in den Räumen nötig sein werden. "Aber die wesentlichsten Umbauarbeiten werden in den nächsten Tagen abgeschlossen, danach wird noch einmal gereinigt und weiter eingeräumt", so André Kaiser. Der Schulbetrieb solle auf jeden Fall gesichert werden. Auch der zweite Kreisbeigeordnete Jörg Höllmüller ist optimistisch. "Den Schülern soll der Neubezug der Einrichtung gut gelingen, das Zurechtfinden schnell erfolgen und die neue Einrichtung als ihre neue Lehr- und Lernstätte angenommen werden", erklärte er gegenüber der "Freien Presse".

Was Schulleiter Reinhold Sorgen macht, ist der Schulsport. Der Spiel- und Bewegungsplatz am Schulgebäude ist noch nicht einsatzbereit. Bis das Gelände fertig ist und Spiel- und Sportgeräte aufgestellt sind, wolle man sich mit einem anderen Sportplatz arrangieren. Was den Hallensport anbelangt, gibt es für die Förderschüler mit der Turnhalle Am Regenbogen und der Sportstätte am Ziegeleiweg in Rochlitz zwei Möglichkeiten, sagte Reinhold. "Die Beförderung wird mit Kleinbussen erfolgen. Wir müssen das Ganze erst mal anlaufen lassen, und dann schauen, wie sich die Lösung im Alltag bewährt."

Ungeachtet offener Baustellen, an denen unter Hochdruck gearbeitet wird, freut sich Udo Reinhold auf die Feier zum Schulanfang am Samstag. Er sieht auch die Vorteile, die der neue Standort hat. "Wenn alles fertig und nutzbar ist, haben wir in Rochlitz mehr Platz als bisher."

Insgesamt 65 Jungen und Mädchen, die die Fördereinrichtung besuchen, werden ab Montag im BSZ-Gebäude lernen. Parallel dazu beginnt laut Kreissprecher André Kaiser auch für rund 180 Berufsschüler der Unterricht wieder. "Sie belegen Bildungsgänge im sozialen Bereich, wie Sozialassistenten, Krankenpflegehelfer und Erzieher sowie im Berufsbereich Agrarwirtschaft."

Der Umzug der Förderschule nach Rochlitz war vom Kreistag beschlossen worden, weil das Gebäude in Zettlitz, in dem die Schule bisher untergebracht war, stark sanierungsbedürftig ist. Hinzu kam, dass die Anzahl der Schüler im BSZ in den vergangenen Jahren gesunken ist. Das Haus bietet eigentlich Platz für bis zu 760 Schüler. Durch den Einzug der Förderschüler will man künftig die Auslastung des Gebäudes erhöhen.

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