Für Brummis gilt die weitläufige Umleitung

Durch die Sperrung der Staatsstraße in Göhren bleiben dem "Waldcafé" die Gäste aus. Das Landesamt hat jetzt reagiert: Weitere Schilder weisen darauf hin, dass der Weg zum Wirtshaus frei ist.

Göhren.

An der Staatsstraße 242 zwischen Göhren und Altzschillen wird derzeit entlang der Fahrbahn ein etwa 100 Meter langer rückverankerter Randbalken als Straßenbegrenzung gebaut. Es ist eine Sicherungsmaßnahme, die nötig ist, weil die Böschung in Richtung Mulde nicht mehr standsicher ist. Die Maßnahme erfolgt unter Vollsperrung, die Umleitung hat es wegen ihrer Weiträumigkeit in sich. Sie führt ab Cossen über die S 247 in Lunzenau, die B 175 in Obergräfenhain und schließlich wieder über die S 242 in Mutzschoda nach Altschillen.

Reaktion auf Kritik

Entsprechend ist die Ausschilderung auch mit Sackgassen-Hinweisen versehen - und das verärgert unter anderem die Inhaberin des "Waldcafés" in Göhren. Denn der Weg bis zu ihrem Restaurant ist frei, es liegt vor der Baustelle. "Doch die Sackgassenschilder verschrecken die Gäste", meint sie. Die Ausflügler fehlten, schildert sie, und ebenso die Gäste, die sonst im Vorbeifahren den "Waldcafé"-Wegweiser gesehen haben. Was noch bleibe, seien Gesellschaften und Pensionsgäste an Wochenenden, denen sie bei der Anmeldung die Anfahrt erklärt.

Das für das Bauvorhaben verantwortliche Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hat jetzt auf die Kritik reagiert und Zusatzschilder angebracht: "Frei bis Viadukt" heißt es beim Abzweig Corbaer Straße und "Zufahrt bis OA Göhren frei" in Cossen.

Warum die weiträumige Umleitung nötig ist, erklärt Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert: "Offizielle Umleitungen für Maßnahmen des Freistaates erfolgen in der Regel über Staats- oder Bundesstraßen. Dies wird präferiert, weil der überörtliche und insbesondere der Schwerverkehr über entsprechend leistungsfähige Strecken geführt werden muss." Zudem könnten so konträre Standpunkte zur Kostenteilung, also Haftung, für die durch eine Umleitung entstandenen oder bereits vorher vorhandenen Schäden vermieden werden. " Die Benutzung anderer öffentlich gewidmeter Straßen stehen den Verkehrsteilnehmern frei", betont Siebert. Ortskundige umfahren den Baustellenbereich oftmals auf Schleichwegen. Für Transporter oder Laster seien diese Straßen allerdings zu eng.

Bau liegt im Plan

Der Bau hatte am 28. September begonnen und wird voraussichtlich bis 18. Dezember dauern. Die Arbeiten zu Kosten von 200.000 Euro und getragen vom Freistaat liegen Siebert zufolge im Plan. Eine Verbreiterung der Straße, die an der Stelle, an der gebaut wird, sehr eng ist, wird es nach ihrer Aussage im Zuge der Maßnahme nicht geben. Für den Streckenabschnitt ist keine Verbreiterung der Fahrbahn vorgesehen. "Die aktuellen Verkehrsbelegungszahlen können einen Ausbaubedarf nicht begründen", erklärt sie.

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