Gemeinde hält an Ausbau des Burgbergs fest

Rund 800.000 Euro plant Kriebstein für die Kreisstraße im nächsten Jahr ein. Dabei ist unklar, wann die Bagger anrücken.

Kriebstein.

Die Liste der Projekte, die Kriebstein im kommenden Jahr plant, ist lang. Denn auch wenn die Gemeinde voraussichtlich wegen der Coronapandemie mit sinkenden Steuereinnahmen rechnen muss, soll nach dem Willen der Räte weiterhin kräftig investiert werden. Das ging aus dem Entwurf des Haushaltsplanes hervor, den Kämmerer Wolfgang Hein dem Gemeinderat in seiner Sitzung in dieser Woche vorlegte.

Rund 2,4 Millionen Euro sind nach Angaben von Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) für Investitionen vorgesehen. Was die Kommune nicht erwirtschaften oder mit Zuschüssen und Zuweisungen finanzieren kann, soll laut Ortschefin aus der Rücklage genommen werden. "Es ist trotz einiger Investitionen, die wir 2021 zusätzlich in Angriff nehmen wollen, ein solider Plan", sagte sie.

Zu den größten Projekten zählen der Ausbau der Kreisstraße am Burgberg in Kriebstein, der geplante Anbau an die Kindertagesstätte im Ortsteil Grünlichtenberg und die Modernisierung von Hafen und Seebühne an der Talsperre Kriebstein. Geld soll zudem in die Trockenlegung kommunaler Wohnhäuser und in den Anbau von Balkons an ein Haus am Siedlungsweg sowie in den voraussichtlich 550.000 Euro teuren Umbau der Rollsportanlage fließen. Saniert werden sollen zudem die Mittelstraße in Reichenbach sowie die Straße zur Wiesensiedlung und die Niethammerstraße in Kriebethal. Überdies will die Gemeinde für die Ortsteile Erlebach und Höckendorf Sirenen anschaffen.

Einige Räte fragten, warum für die Straße am Burgberg 800.000 Euro einschließlich 700.000 Euro Fördermittel kalkuliert seien, obwohl kaum einer mehr an den Ausbau im kommenden Jahr glaube. Dieser Posten im Haushalt müsse sein, erklärte Euchler. Die Gemeinde sei dazu verpflichtet, da sie mit dem Gehwegbau daran beteiligt sei. Dass sich offensichtlich das Planfeststellungsverfahren für das Gesamtvorhaben länger als vorgesehen hinziehe, weil Unterlagen zu spät eingegangen seien, ändere daran nichts.

Für die übrigen Straßen in Kriebstein brauche die Gemeinde vor allem Fördermittel, um die Sanierungsarbeiten wie geplant ausführen zu können, so die Bürgermeisterin weiter. Insbesondere die 430.000 Euro für die Mittelstraße könne der Ort nicht ohne Zuschuss stemmen. Für die Straße Wiesensiedlung seien 300.000 Euro geplant. An der Niethammerstraße müsse der Hang abgefangen werden, zugleich solle die Straße etwas verbreitert und die Decke saniert werden, das koste rund 100.000 Euro, so Euchler.

Debattiert wurde im Rat über die Sanierung eines Teiches in Reichenbach und den geplanten Kauf eines Fahrzeuges für den Bauhof. "Muss es tatsächlich ein neuer Multicar sein?", fragte eine Gemeinderätin. Laut Hein müssen die Kosten für ein Bauhoffahrzeug in den Haushaltsplan eingestellt werden, um Fördermittel beantragen zu können. Euchler versicherte, dass weiterhin nach einer billigeren Alternative gesucht werde, so zum Beispiel der Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs oder eines Traktors.

Bei der geplanten Teichsanierung in Reichenbach fürchtet Ortsvorsteherin Annett Ludwig Nachteile für die Anlieger. Bevor festgelegt würde, welche Arbeiten dort ausgeführt werden, sei eine Ortsbegehung nötig. Laut Euchler ist eine Mauer am Teich nicht mehr stabil. Sie drohe einzustürzen. Deshalb müssten der Teich und sein Überlauf saniert oder durch eine unterirdische Zisterne ersetzt werden. Durch eine Zisterne könnte beispielsweise eine Geruchsbelästigung im Sommer vermieden werden. Anwohner fürchten laut Ludwig jedoch Planungsfehler und dadurch Probleme, weil Wasser in bebaute Bereiche fließen könnte.

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